Der Gesundheitsriese UnitedHealth Group galt lange als Fels in der Brandung für konservative Depots, doch dieses Image bröckelt derzeit massiv. Eine neue Studie enthüllt das ganze Ausmaß der Streichungen im wichtigen Medicare-Advantage-Geschäft, während gleichzeitig regulatorische Hürden und interne Turbulenzen belasten. Anleger müssen sich nun auf ein Novum einstellen, das es seit Jahrzehnten nicht gab: einen sinkenden Jahresumsatz.
Studie offenbart massive Marktbereinigung
Eine am 18. Februar im Fachblatt JAMA veröffentlichte Studie liefert die Hintergründe für die aktuelle Unruhe im Sektor. Knapp drei Millionen Amerikaner – etwa zehn Prozent aller Teilnehmer am privat verwalteten Medicare-Advantage-Programm – mussten sich für das Jahr 2026 neue Versicherungspläne suchen, da Anbieter sich aus Märkten zurückzogen oder Optionen strichen.
UnitedHealthcare, die Versicherungssparte des Konzerns, war dabei ein zentraler Akteur. Das Unternehmen war für fast 14 Prozent dieser Störungen verantwortlich und lag damit deutlich vor Wettbewerbern wie der CVS-Tochter Aetna oder Elevance. Besonders betroffen waren Versicherte in ländlichen Gebieten, wo die Auswahl ohnehin begrenzt ist.
Strategiewechsel drückt auf den Umsatz
Diese Marktaustritte sind kein Zufall, sondern Teil einer schmerzhaften Strategieanpassung. UnitedHealth trennt sich konsequent von unrentablen Verträgen, um die Margen zu schützen. Die Konsequenz dieser „Schrumpfkur“ ist in der Prognose bereits sichtbar: Das Management erwartet für 2026 einen Umsatz von über 439 Milliarden US-Dollar – ein Rückgang gegenüber den rund 447,6 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2025.
Marktbeobachter werten dies als Zäsur, da es der erste jährliche Umsatzrückgang des Unternehmens seit Jahrzehnten ist. Der Konzern selbst bezeichnet 2026 als ein Jahr des „Fokus und der Ausführung“, in dem die Basis für künftiges Wachstum neu gelegt werden soll.
Gegenwind aus Washington
Als wäre die operative Neuausrichtung nicht genug, droht zusätzliches Ungemach durch die Aufsichtsbehörden. Die Trump-Administration hat für 2027 extrem knauserige Zahlungsanpassungen für Medicare Advantage vorgeschlagen. Ein Plus von lediglich 0,09 Prozent steht im Raum, was angesichts der Kosteninflation faktisch einer Kürzung gleichkäme.
Zudem sorgt die interne Führungsebene für Gesprächsstoff. Nach Untersuchungen zu Abrechnungspraktiken kehrte der langjährige CEO Stephen Hemsley auf den Chefposten zurück, um das Schiff zu stabilisieren. Interne Prüfungen bezeichneten die Prozesse zwar als „robust“, lieferten aber dennoch Verbesserungsvorschläge.
Der Aktienkurs spiegelt diese Unsicherheit deutlich wider. Auf Sicht von zwölf Monaten hat das Papier fast die Hälfte seines Wertes eingebüßt und notiert aktuell nur noch bei rund 247 Euro.
Blick auf den April
Für Investoren steht nun ein konkretes Datum im Fokus: Anfang April entscheiden die Centers for Medicare and Medicaid Services (CMS) endgültig über die Zahlungsraten für 2027. Sollte es bei der minimalen Erhöhung bleiben, müssen sich Anleger darauf einstellen, dass der Margendruck auch im kommenden Jahr ein dominierendes Thema bleibt.
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