UnitedHealth Group Aktie: Kostenkontrolle zahlt sich aus
Im dritten Quartal übertraf UnitedHealth die Gewinnerwartungen und erhöhte den Ausblick für den bereinigten Jahresgewinn auf mindestens 20,50 Dollar je Aktie.

Kurz zusammengefasst
- Bereinigter Quartalsgewinn über Analystenschätzungen
- Medical-Cost-Ratio auf 88,4 Prozent gesunken
- Dritte Prognoseanhebung im laufenden Jahr
- Aktie seit Jahresbeginn über 20 Prozent im Plus
Nach einem Jahr mit Kurseinbruch, Justizuntersuchung und Margensorgen liefert UnitedHealth plötzlich Zahlen, die den Markt überraschen. Die Aktie zählt am Mittwoch zu den stärksten Werten im Dow Jones und im S&P 500.
Bessere Kostenquote, höhere Prognose
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im dritten Quartal bei 4,69 Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit rund 4,1 Dollar gerechnet. Der Umsatz sank leicht auf 112,7 Milliarden Dollar, übertraf aber ebenfalls die Erwartungen. Der Nettogewinn stieg auf 4,11 Milliarden Dollar, nach 2,35 Milliarden im Vorjahresquartal.
Den Kern der Überraschung bildet die Medical-Cost-Ratio. Sie sank auf 88,4 Prozent, ein Jahr zuvor waren es noch 89,9 Prozent. Erwartet worden waren knapp 89,7 Prozent. Der Konzern bekommt seine Behandlungskosten also besser in den Griff als gedacht.
Das Management zieht Konsequenzen und hebt die Jahresprognose an. Für 2026 stellt es nun einen bereinigten Gewinn von mindestens 20,50 Dollar je Aktie in Aussicht. Im Juli lag die Spanne noch bei 19,50 bis 20,00 Dollar. Es ist die dritte Anhebung in diesem Jahr. Vorstandschef Stephen Hemsley verwies auf die Disziplin und konsequente Umsetzung in allen Geschäftsbereichen.
Ein Jahr voller Rückschläge
Zum Jahresbeginn hatte die Lage anders ausgesehen. Schwache Zahlen für 2025 und eine zurückhaltende Prognose schickten den Kurs am 27. Januar um rund 20 Prozent nach unten. Im Sommer kamen Zinssorgen, Zweifel an der Margenerholung und eine Untersuchung des US-Justizministeriums hinzu. Steigende Ausgaben im Medicare-Geschäft belasteten zusätzlich.
Die Erholung ist dennoch deutlich. Am Berichtstag schloss die Aktie bei 377,76 Dollar, nachdem sie zeitweise um fünf Prozent gestiegen war. Seit Jahresbeginn liegt sie über 20 Prozent im Plus. Am Mittwoch legte sie im US-Handel zeitweise gut vier Prozent zu.
Analysten sehen Luft nach oben
Mizuho-Analystin Ann Hynes argumentiert, die bisherige Prognose habe bereits eine erneute Beschleunigung der Kosten eingepreist. Beim Gewinn sieht sie deshalb mehr Chancen als Risiken. Aktuell rät laut Marktdaten kein Analyst zum Verkauf, über 80 Prozent empfehlen den Kauf. Das höchste Kursziel liegt bei 529 Dollar und stammt von Morgan Stanley. Im Mittel sehen die Experten gut 21 Prozent Potenzial.
Entscheidend für die Glaubwürdigkeit der neuen Prognose bleibt, ob die Kostenquote im Schlussquartal auf diesem Niveau hält. Die Anhebung auf mindestens 20,50 Dollar lässt dafür etwas Spielraum.
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