Upm-Kymmene Aktie: Kunden fahren Lager herunter
Schwächeres EBIT und höhere Kosten belasten UPM, während der operative Cashflow auf 420 Millionen Euro steigt.

Kurz zusammengefasst
- Bereinigtes EBIT sinkt um acht Prozent
- Cashflow steigt auf 420 Millionen Euro
- Leuna-Produktion startet im zweiten Quartal 2027
- Nasdaq-Listing der WISA Group im November geplant
Kundenseitiger Lagerabbau und höhere Kosten haben UPM im dritten Quartal ausgebremst. Das bereinigte operative Ergebnis verfehlte die Erwartungen deutlich, die Aktie gab im Handel zeitweise um rund 7,5 Prozent nach. Einen Lichtblick liefert der Cashflow.
Schwaches Quartal nach starkem Halbjahr
Das bereinigte EBIT sank um 8 Prozent auf 131 Millionen Euro. Analysten hatten mit gut 200 Millionen gerechnet. Der Umsatz gab leicht auf 2,2 Milliarden Euro nach. Die EBIT-Marge fiel auf 5,9 Prozent, nach 6,4 Prozent im Vorjahresquartal.
CEO Massimo Reynaudo sprach von einem „softeren Quartal“ nach starkem ersten Halbjahr. Hohe Energiekosten und die globale Unsicherheit hätten die Kunden vorsichtiger gemacht. Besonders bei Klebe- und Spezialmaterialien, vor allem in Europa, bauten Abnehmer Lagerbestände ab. Die Margen hielten sich dort stabil.
Die Kommunikationspapiere litten unter schwacher Nachfrage und Überkapazitäten. Steigende Energiekosten ließen sich kaum weitergeben.
Cashflow als Gegengewicht
Der operative Cashflow stieg auf 420 Millionen Euro, nach 218 Millionen im Vorjahr. Verbesserungen beim Working Capital trugen dazu bei. Die Nettoverschuldung sank auf rund drei Milliarden Euro, das Verhältnis zum EBITDA verbesserte sich auf 2,09.
Über die ersten neun Monate liegt das bereinigte EBIT mit 601 Millionen Euro noch 10 Prozent über dem Vorjahr.
Ausblick und Baustellen
Für das zweite Halbjahr erwartet UPM ein bereinigtes EBIT von 375 bis 575 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 479 Millionen. Die Spanne ist breit, die Mitte liegt knapp unter dem Vorjahreswert. Die Liefermengen dürften unter dem ersten Halbjahr liegen, höhere Verkaufspreise sollen stützen. Die variablen Kosten steigen jedoch.
Zwei Projekte bleiben heikel. Die Bioraffinerie in Leuna startet die integrierte Produktion rund sechs Monate später als geplant, nämlich im zweiten Quartal 2027. Die volle Kapazität soll Anfang 2028 erreicht sein. Beim geplanten Gemeinschaftsunternehmen für Grafikpapier mit Sappi hat die EU-Kommission Anfang Oktober erneut ernste Bedenken geäußert. UPM hat Gespräche über mögliche Auflagen eröffnet.
Konkret steht im November die Abspaltung des Sperrholzgeschäfts an. WISA Group soll dann an der Nasdaq Helsinki gelistet werden, die Hauptversammlung hat den Spaltungsplan im August beschlossen.
Stand heute, 28. Oktober: Upm-Kymmene – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Upm-Kymmene investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 28. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.