Der Uranmarkt startet mit gegensätzlichen Signalen in die neue Woche. Während vorsichtige diplomatische Annäherungen zwischen dem Iran und den USA eine mögliche Entspannung andeuten, verschärft sich die fundamentale Verknappung des Rohstoffs. Marktteilnehmer müssen nun abwägen, ob eine sinkende geopolitische Risikoprämie oder das strukturelle Defizit die künftige Preisrichtung bestimmt.
- Iran-Gespräche: Verhandlungen in Genf für Dienstag angesetzt.
- Kasachstan: Eigenbedarf für neues AKW schränkt Exportangebot ein.
- Spotpreis: Stabiles Niveau zwischen 83 und 85 US-Dollar pro Pfund.
- Nachfrage-Boom: US-Kernkraftkapazität soll sich bis 2050 vervierfachen.
Diplomatisches Tauziehen in Genf
Am gestrigen Sonntag signalisierte der Iran Bereitschaft für Verhandlungen über einen neuen Atom-Kompromiss, knüpfte dies jedoch strikt an die Aufhebung bestehender Sanktionen. Morgen sollen dazu Gespräche unter omanischer Vermittlung in Genf beginnen. Die Ausgangslage bleibt schwierig: Während Teheran nur über das Atomprogramm sprechen möchte, fordern die USA die Einbeziehung des iranischen Raketenprogramms und unterstreichen diese Haltung durch verstärkte Militärpräsenz in der Region. Marktbeobachter werten die Signale vor dem Hintergrund der hohen Volatilität im Juni 2025, als Angriffe auf die Fordo-Anlage die Versorgungssicherheit thematisierten, als vorsichtigen Versuch der Deeskalation.
Kasachstan bindet eigene Ressourcen
Auf der Angebotsseite sorgt eine strategische Entscheidung des weltweit größten Uranproduzenten für weiteren Druck. Kasachstan wird für den Bau und Betrieb seines ersten Kernkraftwerks in der Region Almaty auf eigene Uranvorkommen zurückgreifen. Diese Entscheidung entzieht dem globalen Spotmarkt langfristig Material, das bisher für den Export zur Verfügung stand.
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Als Reaktion auf dieses Defizit intensiviert die Explorationsbranche ihre Bemühungen. So startete Standard Uranium in diesem Monat ein neues Bohrprogramm auf dem Corvo-Projekt. Können solche neuen Funde das drohende Defizit auf dem Weltmarkt rechtzeitig ausgleichen? Die World Nuclear Association prognostiziert jedenfalls einen massiven Ausbau der globalen Kapazitäten auf 746 GWe bis zum Jahr 2040, was den Druck auf die Erzeuger erhöht.
Strukturelles Defizit stützt Preisniveau
Die fundamentalen Marktdaten festigen die Position der Verkäufer. Ende Januar bewegte sich der Uran-Spotpreis in einer Spanne von 83 bis 85 US-Dollar pro Pfund, wobei vereinzelt bereits Marken von über 100 US-Dollar erreicht wurden. Ein wesentlicher Treiber für diese Entwicklung ist der rasant steigende Strombedarf von Rechenzentren. Die IEA erwartet hier bis 2030 eine Verdopplung des Verbrauchs auf rund 945 TWh. Um diesen Bedarf CO2-neutral zu decken, planen allein die USA eine Erhöhung ihrer Kapazität von aktuell 100 GW auf 400 GW bis 2050.
Der Fokus der Marktteilnehmer liegt nun unmittelbar auf dem Ausgang der Genfer Gespräche am morgigen Dienstag. Sollte die diplomatische Initiative scheitern, dürfte die Kombination aus kasachischer Angebotsbindung und dem massiven Hunger des Tech-Sektors nach Grundlaststrom den Uranpreis kurzfristig wieder über die 90-Dollar-Marke treiben.
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