US-Anleiherenditen steigen auf Mehrjahreshochs

Höhere US-Renditen und teures Öl verstärken Inflations- und Zinssorgen; Aktien und Gold geraten unter Druck, der Dollar gewinnt an Stärke.

Felix Baarz ·

Kurz zusammengefasst

  • Zehnjährige US-Rendite über 5,27 Prozent
  • Zweijährige Papiere nähern sich fünf Prozent
  • Gold zeitweise vier Prozent niedriger
  • Dollar-Index steuert auf Monatsplus zu

Ein rasanter Ausverkauf an den weltweiten Anleihemärkten setzt Aktien, Gold und Währungen unter Druck. Der Grund dafür ist die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen weiter anheben wird, während gleichzeitig teures Öl die Inflationssorgen schürt. Vor allem US-Staatsanleihen geraten ins Trudeln.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatspapiere kletterte über 5,27 Prozent. Das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2007. Binnen eines Monats legte die Benchmark um knapp 50 Basispunkte zu.

Noch deutlicher fiel die Bewegung bei den zweijährigen US-Papieren aus, die besonders empfindlich auf die Zinserwartungen reagieren. Ihre Rendite stieg im Monatsverlauf um mehr als 57 Basispunkte und nähert sich der Marke von 5,0 Prozent. Am Terminmarkt wird die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung der Fed Ende Oktober mittlerweile auf über 70 Prozent beziffert.

Belastung für Aktien und Gold

Steigende Renditen wirken wie ein Bremsklotz für riskantere Anlageklassen. Sie verteuern die Finanzierungskosten für Staaten sowie Unternehmen und bieten gleichzeitig verzinste Alternativen.

Der US-Aktienmarkt gab zu Beginn der Woche auf breiter Front nach. An den asiatischen Handelsplätzen setzte sich diese Schwäche am Dienstag fort. Auch der Goldpreis geriet unter die Räder: Das zinslose Edelmetall fiel zeitweise um 4,0 Prozent auf 4.111 Dollar je Unze, den tiefsten Stand seit Anfang August.

Parallel dazu stützt das Zinsniveau die US-Währung. Der Dollar-Index notierte am Dienstag bei 101,2 Punkten und steuert auf ein Monatsplus von 1,8 Prozent zu.

Teures Rohöl treibt Zinsängste

Verstärkt wird der Zinsdruck durch die Entwicklung am Energiemarkt. Brent-Öl verteuerte sich auf rund 106 Dollar je Barrel, nachdem diplomatische Bemühungen um eine Waffenruhe mit dem Iran Rückschläge erlitten hatten. Hohe Treibstoffpreise drohen den Inflationsdruck zu verlängern.

Aufschluss über den künftigen Kurs der Notenbank versprechen wichtige US-Konjunkturdaten im weiteren Wochenverlauf. Am Mittwoch erscheint der PCE-Preisindex, gefolgt vom offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag. Fallen beide Indikatoren stärker aus als erwartet, dürften die Wetten auf zusätzliche Zinsschritte neue Nahrung erhalten.

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