US-Anleiherenditen steigen trotz schwächerer Inflation

Haushaltsdefizite, hohe Schulden und teure Energie halten US-Anleiherenditen auf Mehrjahreshochs.

Felix Baarz ·
KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • August-Inflation lag unter den Prognosen
  • Zehnjährige Rendite erreichte 5,306 Prozent
  • US-Gesamtverschuldung überstieg 40 Billionen Dollar
  • Arbeitsmarktbericht für September folgt am Freitag

Die US-Inflation kühlt ab, an den Rentenmärkten kommt diese Entlastung jedoch nicht an. Obwohl schwächere Preisdaten die Erwartungen an rasche Zinsschritte der Federal Reserve dämpfen, klettern die Renditen amerikanischer Staatsanleihen auf Mehrjahreshochs. Dahinter stehen anhaltende Sorgen über die hohe Staatsverschuldung und teure Energieimporte.

Im August stieg der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben im Jahresvergleich um 3,4 Prozent. Volkswirte hatten im Vorfeld 3,7 Prozent erwartet. An den Terminmärkten sank die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Zinsanhebung im Oktober daraufhin auf 38 Prozent.

Die Notenbank hatte die Kreditkosten im September erstmals seit drei Jahren wieder angehoben. Nun mehren sich die Stimmen für eine Pause. Goldman Sachs verschob die Prognose für den nächsten Zinsschritt von Oktober auf Dezember und hält weitere Erhöhungen womöglich ganz für entbehrlich. Auch aus den Reihen der Federal Reserve hieß es, man habe Zeit zur gründlichen Auswertung der Wirtschaftsdaten.

Haushaltsdefizite überlagern die Notenbankpolitik

An den Anleihemärkten verpuffte die Beruhigung an der Zinsfront weitgehend. Die Rendite richtungsweisender zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 5,306 Prozent. Das markiert den höchsten Stand seit Mitte 2007.

Auch bei Papieren mit dreißigjähriger Laufzeit setzte sich der Aufwärtsdruck fort. Marktbeobachter verweisen auf die anhaltend hohe Emission neuer Schuldtitel, während die US-Gesamtverschuldung mittlerweile die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten hat. Das Tempo dieser Aufwärtsbewegung alarmiert Anleger weltweit, weil steigende Renditen die Finanzierungskosten für die gesamte Wirtschaft verteuern.

Zusätzlicher Preisdruck droht vom Ölmarkt. Rohöl der Sorte Brent kostete zuletzt 98,15 Dollar je Barrel, nachdem der Preis im Vormonat um mehr als 14 Prozent gestiegen war. Die stockenden Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran halten das Angebot knapp und die Risikoprämien im Nahen Osten hoch.

Marktteilnehmer blicken nun auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht für September, der am Freitag veröffentlicht wird. Fällt der Stellenzuwachs unerwartet kräftig aus, könnte dies die Zinsdebatte trotz der jüngsten Inflationsabkühlung sofort wieder anheizen.

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