US-Wirtschaft wächst unerwartet stark – Fed gerät unter Zugzwang

Das BIP wuchs annualisiert um 3,4 Prozent, während die Septemberinflation auf 3,6 Prozent stieg und Zinserhöhungen wahrscheinlicher wurden.

Felix Baarz ·
KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Wirtschaftsleistung stieg annualisiert um 3,4 Prozent
  • Konsumausgaben und KI-Investitionen stützten das Wachstum
  • Septemberinflation erreichte 3,6 Prozent im Jahresvergleich
  • Zinsanhebung im Dezember mit über 81 Prozent bewertet

Die US-Wirtschaft wächst schneller als erwartet, während der Preisdruck wieder zunimmt. Dieser überraschende Schub erhöht den Druck auf die Federal Reserve spürbar, ihre Leitzinsen bereits im Dezember weiter anzuheben.

Das Bruttoinlandsprodukt der weltgrößten Volkswirtschaft legte im dritten Quartal um annualisierte 3,4 Prozent zu. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Zuwachs von 3,2 Prozent gerechnet. Im zweiten Quartal hatte das Plus noch bei 2,2 Prozent gelegen.

Getragen wurde dieser Anstieg vor allem von den privaten Konsumausgaben sowie massiven Investitionen der Unternehmen in Künstliche Intelligenz. Trotz hoher Energiekosten infolge des Konflikts im Nahen Osten hielten die Verbraucher ihre Ausgaben aufrecht. Allerdings greifen private Haushalte dafür zunehmend auf ihre Ersparnisse zurück.

Hartnäckige Inflation treibt Zinserwartungen

Parallel zum Wirtschaftswachstum zog auch die Teuerung im September an. Der Preisindex für persönliche Konsumausgaben stieg im Monatsvergleich um 0,5 Prozent, nach 0,3 Prozent im August. Auf Jahressicht kletterte die Inflationsrate auf 3,6 Prozent.

Verantwortlich dafür waren vor allem sprunghaft gestiegene Treibstoff- und Energiekosten. Die sogenannte Kernrate, welche schwankungsanfällige Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, lag im Jahresvergleich bei 3,1 Prozent. Fed-Chef Kevin Warsh erklärte dazu, eine Mehrheit seiner Kollegen sehe die Wirtschaft zwar nicht überhitzen, die Teuerung verbleibe dennoch auf einem erhöhten Niveau.

Arbeitsmarkt bleibt stabil

Zusätzlichen Spielraum für eine straffere Geldpolitik liefert die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank überraschend auf 194.000. Die Entlassungen bewegen sich damit weiterhin in der Nähe historischer Tiefststände, was den privaten Konsum vorerst stützt.

Die US-Notenbank hatte ihren Leitzins am Mittwoch noch in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent belassen. An den Terminmärkten wird die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung bei der nächsten Notenbanksitzung am 8. und 9. Dezember nun auf über 81 Prozent taxiert. Die Kombination aus zäher Inflation und stabiler Konjunktur lässt den Währungshütern kaum Raum für eine Zinspause.

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