USA und China senken Zölle um 30 Milliarden Dollar
Washington und Peking verlängern die Handelspause und schaffen Gesprächsformate, während die Entscheidung zu US-Waffen für Taiwan aussteht.
Kurz zusammengefasst
- Zollsenkung im Umfang von 30 Milliarden Dollar
- Handelswaffenstillstand um zwei Monate verlängert
- KI-Verhandlungsrunde für November vorgesehen
- US-Waffenpaket für Taiwan bleibt unentschieden
Washington und Peking verständigen sich auf eine gegenseitige Zollsenkung im Umfang von 30 Milliarden Dollar und nehmen Gespräche über Künstliche Intelligenz auf. Das dreitägige Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping endete am Freitag mit einem Acht-Punkte-Konsens. Die Vereinbarung verschafft beiden Volkswirtschaften eine Atempause, lässt die tief sitzenden Spannungen in der Geopolitik jedoch ungelöst.
Mehr Zeit für Verhandlungen
Teil der Abmachung ist die Verlängerung des bestehenden Handelswaffenstillstands. Die bisherige Frist bis zum 10. November wird um zwei Monate ausgedehnt, um Raum für weiterführende Verhandlungen zu schaffen. Zudem setzen beide Regierungen einen gemeinsamen bilateralen Handelsrat ein.
Die Märkte blicken vor allem auf die Vereinbarungen im Technologiesektor. Washington und Peking wollen einen geregelten Dialog über Risiken und Nutzen von Künstlicher Intelligenz etablieren. Die nächste Verhandlungsrunde dazu ist für November geplant. Zeitgleich soll ein direkter Kommunikationskanal entstehen, um kritische Vorfälle im KI-Bereich rasch auf Regierungsbene abzustimmen.
Die Annäherung fällt in eine Phase intensiver wirtschaftlicher Konkurrenz. Beide Mächte ringen um die Vormachtstellung bei Halbleitern und künftigen Schlüsseltechnologien. Trotz der Zusage gegenseitiger Besuche bei anstehenden internationalen Gipfeltreffen bleiben die Fronten verhärtet.
Der Streit um Taiwan bleibt offen
Auf diplomatischer Ebene erzielten beide Seiten kaum Annäherung bei den heikelsten Themen. Peking bekräftigte, dass der Status Taiwans eine rote Linie in den bilateralen Beziehungen darstellt. Xi forderte von Washington die Ablehnung jeglicher Unabhängigkeitsbestrebungen der Insel, die eine Schlüsselrolle bei der weltweiten Chipproduktion für KI-Anwendungen einnimmt.
Trump ließ ein geplantes US-Waffenpaket für Taiwan im Wert von rund 14 Milliarden Dollar weiterhin in der Schwebe. Bereits im vergangenen Dezember hatte seine Administration Rüstungslieferungen von 11 Milliarden Dollar an Taipeh freigegeben. Da die Entscheidung über das neue Rüstungspaket vertagt bleibt, dürfte der nächste Test für das Verhältnis beider Staaten im November folgen, wenn die neuen Arbeitsgruppen zu Handel und Technologie zusammentreten.