USA und China verlängern Zollpause um zwei Monate
Der Aufschub schafft zusätzliche Verhandlungszeit, lässt den Handelskonflikt um Zölle und Technologieexporte jedoch ungelöst.
Kurz zusammengefasst
- Zollruhe um zwei Monate verlängert
- Frist läuft nun am 10. Januar aus
- China bestätigte die Vereinbarung zunächst nicht
- Asiatische Börsen reagierten mit Kursverlusten
Die USA und China verschaffen sich im Handelskonflikt mehr Verhandlungszeit: Die gegenseitige Zollpause wird um zwei Monate bis zum 10. Januar verlängert. Die Ankündigung erfolgte unmittelbar zur Ankunft von Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington. Eine dauerhafte Lösung des Konflikts bedeutet dieser Aufschub jedoch nicht.
Auf chinesischer Seite blieb eine offizielle Bestätigung der Vereinbarung zunächst aus. Das Pekinger Handelsministerium ließ entsprechende Anfragen unbeantwortet, während sich das Außenministerium für nicht zuständig erklärte. Xi betonte in einer schriftlichen Stellungnahme lediglich, dass beide Staaten Partner statt Rivalen sein sollten.
Drohende Zölle vorerst abgewendet
Ohne die Verlängerung des sogenannten Busan-Abkommens wäre die Frist am 10. November abgelaufen. In diesem Fall hätten die Zölle wieder auf ein Niveau von rund 50 Prozent steigen können. Im Frühjahr 2025 war der Handelsstreit eskaliert, als die US-Regierung Einfuhrzölle auf chinesische Waren auf bis zu 145 Prozent anhob und China mit Abgaben von bis zu 125 Prozent konterte.
Parallel dazu standen neue chinesische Exportkontrollen auf strategische Rohstoffe im Raum. Für westliche Industriezweige hätte eine weitere Blockade seltener Erden erhebliche Störungen der Lieferketten bedeutet, da Peking die Ausfuhrlizenzen bereits restriktiv vergibt. Die US-Regierung wiederum hält an Exportbeschränkungen für moderne Halbleiter und Chips im Bereich Künstliche Intelligenz fest.
Zurückhaltung an den asiatischen Börsen
An den asiatischen Aktienmärkten sorgte der Schritt am Donnerstag für keine spürbare Erleichterung. Der Shanghai-Composite verlor ein Prozent, während der Hang-Seng-Index in Hongkong um 0,5 Prozent nachgab. Belastend wirkte das unverändert hohe Zinsniveau in den USA.
Zum Auftakt des dreitägigen Staatsbesuchs stehen direkte Gespräche zwischen Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump sowie ein Treffen mit Spitzenmanagern führender amerikanischer Technologiekonzerne auf dem Programm. Mit der Verlängerung bis zum 10. Januar bleibt beiden Regierungen ein enges Zeitfenster, um substanzielle Streitpunkte bei Zöllen und Technologieexporten zu klären.