Valneva Aktie: Ixchiq in Großbritannien vergriffen
Valneva verzeichnet Kursverluste durch leere Impfstoffbestände in Großbritannien und wachsende Konkurrenz in Brasilien. Halbjahreszahlen im August im Fokus.

Kurz zusammengefasst
- Kursverluste nach Lieferengpässen
- Ixchiq in Großbritannien vergriffen
- Bavarian Nordic beantragt Zulassung
- Sparprogramm mit Stellenabbau geplant
Valneva kämpft an mehreren Fronten. Der Impfstoffhersteller verzeichnete Ende Juli Kursverluste und schloss am Donnerstag bei 2,18 Euro. Lieferengpässe in einem Kernmarkt und wachsende Konkurrenz in Südamerika belasten die Stimmung. Das Papier nähert sich damit wieder seinem Jahrestief von 2,03 Euro an.
Engpässe in Großbritannien
In Großbritannien ist der Chikungunya-Impfstoff Ixchiq derzeit vergriffen. Offizielle Gesundheitsberichte bestätigen, dass die Bestände leer sind. Das trifft Valneva zu einem kritischen Zeitpunkt. Das Unternehmen will sein Eigengeschäft massiv ausbauen. So sollen wegfallende Erlöse aus dem Vertrieb von Drittprodukten ausgeglichen werden.
Die Verfügbarkeit von Ixchiq ist zentral für die langfristige Planung. Das Management strebt bis zum Jahr 2027 die finanzielle Eigenständigkeit an. Lieferunterbrechungen in wichtigen Märkten für Reiseimpfstoffe gefährden dieses Ziel. Das Wachstum der eigenen Produkte soll künftig die Forschung und Entwicklung finanzieren.
Druck in Brasilien steigt
Parallel dazu wächst der Konkurrenzdruck in Brasilien. Valneva darf dort zwar lokal produzieren. Aber die Wettbewerber schlafen nicht. Bavarian Nordic hat gemeinsam mit einem Partner die Zulassung für einen eigenen Impfstoffkandidaten beantragt.
Brasilien gilt wegen der hohen Infektionszahlen als einer der weltweit wichtigsten Absatzmärkte. Ein Markteintritt der Konkurrenz könnte die Marktanteile von Valneva empfindlich schmälern. Der Wettbewerb um die öffentlichen und privaten Gesundheitssysteme in der Region verschärft sich damit deutlich.
Bilanz-Check im August
Anleger blicken nun auf die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen im August. Im Fokus steht die Senkung der Cash-Burn-Rate. Valneva setzt dafür auf ein striktes Sparprogramm. Dieses sieht unter anderem einen Stellenabbau von bis zu 15 Prozent vor.
Der Aktienkurs spiegelt die operativen Hürden wider. Seit Jahresbeginn verlor das Papier über 41 Prozent an Wert. Im August muss der Vorstand nun belegen, wie der Übergang zu einem stabilen Unternehmen gelingen soll. Besonders die Umsatzqualität der eigenen Impfstoffe Ixiaro und Dukoral wird dabei auf dem Prüfstand stehen. Zudem warten Investoren auf frische Daten zur Pipeline gegen Borreliose.
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