VanEck Seltene Erden ETF: 34 Prozent unter Mai-Hoch

Der VanEck Rare Earth ETF verzeichnet deutliche Monatsverluste. Belastend wirken enttäuschende Produktionszahlen von Lynas und neue US-Handelsbeschränkungen.

Eduard Altmann ·
VanEck Seltene Erden ETF Aktie

Kurz zusammengefasst

  • ETF verliert über 26 Prozent im Monat
  • Lynas verfehlt Analystenerwartungen trotz Rekordumsatz
  • US-Präsident erlässt neue Beschaffungsregeln für Rohstoffe
  • Japan diversifiziert Lieferketten für Seltene Erden

Der VanEck Seltene Erden ETF (ISIN IE0002PG6CA6) notiert am 22. Juli bei 12,22 Euro und legt damit im Tagesvergleich um 0,44 Prozent zu. Der leichte Aufschlag kann jedoch kaum über die Talfahrt der vergangenen Wochen hinwegtäuschen: Auf Monatssicht steht ein Minus von 26,37 Prozent zu Buche, vom 52-Wochen-Hoch aus dem Mai trennen den Fonds inzwischen 34,84 Prozent. Auslöser der Verkaufswelle ist eine Mischung aus enttäuschenden Produzentenzahlen, politischem Gegenwind und nervösen Handelsbeziehungen zwischen den großen Volkswirtschaften.

Lynas verfehlt Erwartungen trotz Rekordumsatz

Im Zentrum der Branchenschwäche steht der australische Produzent Lynas Rare Earths. Das Unternehmen meldete für das Juni-Quartal einen Umsatz von 288,9 Millionen US-Dollar, ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr – verfehlte damit aber die Analystenschätzungen um 23 Prozent. Die NdPr-Produktion kam auf 1.857 Tonnen und blieb 15 Prozent unter dem Konsens sowie 7 Prozent unter dem Vorquartal. Der durchschnittliche Verkaufspreis erreichte mit 98,2 US-Dollar je Kilogramm zwar einen Rekordwert, konnte die Marktreaktion aber nicht abfedern: Die Lynas-Aktie fiel um 9 Prozent auf 14,51 US-Dollar und liegt damit rund 30 Prozent unter ihrem Stand vom 14. April.

Verantwortlich für die Enttäuschung sind Probleme an der Wasseraufbereitungsanlage in Mt Weld sowie Erzqualitätsprobleme. Zusätzlich belastet ein Kostensprung beim Ausbau der malaysischen Schwermetall-Verarbeitung: Statt der ursprünglich veranschlagten 180 Millionen australischen Dollar rechnet Lynas nun mit 294 Millionen Dollar, ein Anstieg von 63 Prozent. Das Unternehmen verfügt trotz der Belastungen über eine Kassenposition von 1,2 Milliarden US-Dollar. Interimschef Pol Le Roux muss zudem eine parlamentarische Prüfung in Malaysia zu einem Liefervertrag mit dem US-Verteidigungsministerium über 96 Millionen US-Dollar begleiten. Das Analysehaus Macquarie hält an einem Kursziel von 20 US-Dollar bei neutraler Einstufung fest.

Politischer Druck aus Washington und Tokio

Zusätzliche Unsicherheit bringt eine Anordnung von US-Präsident Donald Trump vom 20. Juli. Sie untersagt Verteidigungsunternehmen künftig den Bezug kritischer Rohstoffe aus als feindlich eingestuften Staaten. Ausnahmegenehmigungen nach dem einschlägigen US-Recht sollen ab dem 1. Januar 2027 standardmäßig entfallen, Unternehmen müssen innerhalb von 180 Tagen detaillierte Stücklisten vorlegen. Eine Sonderregelung gilt lediglich für das strategische Rohstoffreserveprogramm Project Vault.

Parallel dazu bleibt die Versorgungslage zwischen China und Japan angespannt. Chinas Exporte von Seltenerdmagneten nach Japan lagen im Juni bei lediglich 128 Tonnen, ein leichtes Plus von fünf Tonnen gegenüber dem Vormonat, während die chinesischen Gesamtexporte im Monatsvergleich um 19 Prozent zulegten. Japans Beschaffungskosten sind seit 2025 um ein Fünftel gestiegen, das Land bleibt zu 61 Prozent von chinesischen Lieferungen abhängig. Japan und Frankreich unterzeichneten deshalb eine Roadmap für kritische Mineralien, die auf das Caremag-Projekt in Südfrankreich zur Aufbereitung schwerer Seltener Erden setzt. Ab Ende 2026 sollen von dort rund ein Fünftel des japanischen Dysprosium- und Terbiumbedarfs gedeckt werden.

Technisches Bild bleibt angeschlagen

Für den VanEck-Fonds bedeutet die Gemengelage aus enttäuschten Produktionszahlen, politischen Handelsbeschränkungen und schwankender chinesischer Nachfragepolitik anhaltenden Abgabedruck. Der Kursrutsch der vergangenen Wochen hat den ETF deutlich unter seine gleitenden Durchschnitte gedrückt, während der Abstand zum Jahreshoch von Mai die Schwere der Korrektur unterstreicht. Auch in China selbst zeigt sich die Nervosität: Mehrere dortige Rare-Earth-Themenfonds verzeichneten am 21. Juli trotz zweistelliger Tagesgewinne einzelner Titel erneut Mittelabflüsse, ein Hinweis darauf, dass Anleger die jüngste Erholung im Sektor mit Vorsicht begleiten. Für den weiteren Kursverlauf des VanEck Seltene Erden ETF dürften damit sowohl die Produktionsfortschritte bei Lynas als auch die Umsetzung der neuen US-Beschaffungsregeln entscheidend bleiben.

Anzeige

VanEck Seltene Erden ETF: Kaufen oder verkaufen?! Neue VanEck Seltene Erden ETF-Analyse vom 22. Juli liefert die Antwort:

Die neusten VanEck Seltene Erden ETF-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für VanEck Seltene Erden ETF-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

VanEck Seltene Erden ETF: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

VanEck Seltene Erden ETF ETF

12,22 EUR

– 0,11 EUR -0,89 %
KGV
Sektor
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
ISIN: IE0002PG6CA6 WKN: A3CRL9

Community Forum zu VanEck Seltene Erden ETF

Ähnliche Artikel

Sivers Semiconductors Aktie: 14,43-Prozent-Einbruch auf 3,23 Euro

Sivers Semiconductors Aktie: 14,43-Prozent-Einbruch auf 3,23 Euro

Insiderhandel ·
European Lithium Aktie: Übernahme-Countdown gegen Kursverfall

European Lithium Aktie: Übernahme-Countdown gegen Kursverfall

Europa-Märkte ·
Nel ASA Aktie: Kein Kauf von 13 Analysten

Nel ASA Aktie: Kein Kauf von 13 Analysten

Wasserstoff ·
General Mills Aktie: EPS von 0,95 USD schlägt Schätzung

General Mills Aktie: EPS von 0,95 USD schlägt Schätzung

Konsum & Luxus ·
Standard Lithium Aktie: 15.000 DLE-Zyklen abgeschlossen

Standard Lithium Aktie: 15.000 DLE-Zyklen abgeschlossen

Erneuerbare Energien ·

Weitere Artikel zu VanEck Seltene Erden ETF

Alle Artikel anzeigen
VanEck Seltene Erden ETF: 34 Mio Dollar Zufluss

VanEck Seltene Erden ETF: 34 Mio Dollar Zufluss

ETFs ·
VanEck Seltene Erden ETF: Albemarle mit 8,77 Prozent

VanEck Seltene Erden ETF: Albemarle mit 8,77 Prozent

ETFs ·
VanEck Seltene Erden ETF: 15,11 Euro am Mittwoch

VanEck Seltene Erden ETF: 15,11 Euro am Mittwoch

ETFs ·
VanEck Seltene Erden ETF: 29,21% YTD vor G7-Preisgarantie

VanEck Seltene Erden ETF: 29,21% YTD vor G7-Preisgarantie

ETFs ·
VanEck Seltene Erden ETF: Juni-Quote als nächster Preistreiber

VanEck Seltene Erden ETF: Juni-Quote als nächster Preistreiber

ETFs ·