VanEck Seltene Erden ETF: 35 Prozent Absturz vom Mai-Hoch

Der VanEck Seltene Erden ETF verliert innerhalb eines Monats über 20 Prozent. Ein breiter Ausverkauf an den Rohstoff- und Aktienmärkten belastet den gesamten Sektor.

Redaktion Stock-World ·
Digitaler Finanzchart mit fallendem Kursverlauf vor einem verschwommenen Hintergrund einer Industrieanlage. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • ETF verliert 21,85 Prozent in 30 Tagen
  • Ausverkauf durch fallende Edelmetallpreise
  • Schwergewichte wie MP Materials unter Druck
  • Technische Indikatoren zeigen überverkauftes Niveau

Ein breiter Ausverkauf an den Rohstoffmärkten erwischt den VanEck Seltene Erden ETF kalt. Der Fonds schloss am Donnerstag bei 12,17 Euro und liegt damit 21,85 Prozent unter dem Niveau von vor 30 Tagen. Zum Mai-Hoch von 18,76 Euro klafft mittlerweile eine Lücke von 35,15 Prozent.

Der Auslöser kam nicht aus dem Sektor selbst, sondern von den großen Indizes. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq gaben am Donnerstag deutlich nach, DAX und CAC 40 zogen mit. Gold verlor gut zwei Prozent, Silber sogar 3,59 Prozent — und zog damit die gesamte Rohstoffkette nach unten, inklusive der Minenbetreiber und Raffinerien für seltene Erden.

Schwergewichte geraten unter Druck

MP Materials, Betreiber der Mountain-Pass-Mine in Kalifornien und eine der größten Positionen im ETF, schloss am 23. Juli bei 44,65 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesverlust von 2,25 Prozent. Bei USA Rare Earth, einem Namen außerhalb des VanEck-Portfolios, fiel der Kurs nach einer Analysten-Herabstufung um 4,3 Prozent — ein Zeichen dafür, dass auch kleinere Werte im Sektor keine Ruhe finden.

Der VanEck-Fonds bündelt sein Kapital in wenigen großen Produzenten. Zu den Top-Positionen zählen laut aktuellem Factsheet:

  • Pilbara Minerals
  • Albemarle
  • Lynas Rare Earths
  • Liontown Resources
  • China Northern Rare Earth Group
  • MP Materials

Diese Mischung gibt dem ETF direkten Zugang zu westlichen wie chinesischen Produzenten von Magnetmaterialien und lithiumnahen Rohstoffen. Genau diese Breite macht den Fonds jetzt anfällig — fällt der gesamte Rohstoffkomplex, trifft es praktisch alle Positionen gleichzeitig.

Technisch überverkauft, aber im Jahresvergleich stark

Der Kursrutsch hat Spuren in den technischen Indikatoren hinterlassen. Der 14-Tage-RSI steht bei 27,2 — ein Wert, der klassisch als überverkauft gilt. Der Fonds notiert zudem 15,66 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 14,43 Euro.

Trotz der scharfen Korrektur bleibt die Zwölf-Monats-Bilanz mit einem Plus von 34,22 Prozent deutlich positiv. Das zeigt, wie stark die Frühjahrsrally war, bevor die aktuelle Gegenbewegung einsetzte.

Ein Sektorproblem, kein Einzelfall

Vergleichbare Strategien für Seltene Erden und kritische Rohstoffe zeigen in den vergangenen Wochen ähnlich steile Verluste. Die Gemengelage ist bekannt: geopolitische Spannungen um chinesische Exportkontrollen, hohe Bewertungen aus der Rally bis zu den Rekordhochs, jetzt zusätzlich ein makrogetriebener Ausverkauf bei Metallen. Der gesamte Sektor handelt inzwischen deutlich unter seinen Spitzenwerten aus 2026, auch wenn die Jahresperformance bei den meisten Titeln noch komfortabel im positiven Bereich liegt.

Der zeitliche Gleichlauf zwischen fallenden Edelmetallpreisen und schwächeren Aktienmärkten spricht für eine breite Risikoaversion als Treiber — weniger für sektorspezifische schlechte Nachrichten. Für einen Fonds, der auf Neodym, Praseodym und verwandte Metalle konzentriert ist, verschärft diese Kombination aus fallenden Rohstoffpreisen und schwächerem Aktienmarkt eine bereits laufende technische Korrektur seit dem Mai-Hoch.

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