VanEck Seltene Erden ETF: 9,82 Euro 52-Wochen-Tief
Schwächere Metallnotierungen und sinkende chinesische Exportmengen belasten den ETF trotz erleichterter Lizenzvergabe an die EU.

Kurz zusammengefasst
- ETF erreicht 9,82 Euro
- Tagesverlust beträgt 2,5 Prozent
- Septemberexporte steigen jährlich um 6,7 Prozent
- Terbium- und Dysprosiumpreise geben nach
Der VanEck Seltene Erden ETF markiert ein neues 52-Wochen-Tief bei 9,82 Euro, nachdem der Kurs im Tagesverlauf um 2,5 Prozent nachgab. Belastend wirkt ein schwaches Umfeld am Rohstoffmarkt: Am Dienstag meldete der Branchendienst Shanghai Metals Market schwächere Preise für Terbium und Dysprosium sowie eine gedämpfte Handelsstimmung. Beide Elemente zählen zu den wichtigsten Rohstoffen für die im Fonds gebündelten Seltene-Erden-Unternehmen.
Chinas Exportzahlen zeigen gemischtes Bild
Parallel dazu liefert China neue Außenhandelsdaten, die Anleger zur Einordnung der Lage heranziehen dürften. Die chinesischen Ausfuhren von Seltenen Erden stiegen im September im Jahresvergleich um 6,7 Prozent auf 4.269,8 Tonnen, wie Reuters berichtet.
Gegenüber dem August bedeutet das jedoch einen Rückgang um 9,8 Prozent. Für den Zeitraum Januar bis September summiert sich der Exportrückgang laut Reuters auf 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, auf insgesamt 43.711 Tonnen.
Diese Gemengelage aus schwächeren Metallpreisen und rückläufigen Exportmengen passt zu der Talfahrt, in der sich der ETF seit Wochen befindet. Mit dem heutigen Rückgang verliert das Produkt binnen sieben Handelstagen rund 10 Prozent an Wert – ein Tempo, das die fundamentale Schwäche am Rohstoffmarkt deutlich widerspiegelt.
Handelspolitisches Tauwetter ohne spürbare Kurswirkung
Bemerkenswert ist, dass selbst politische Entspannungssignale den Abwärtstrend bislang nicht bremsen konnten. Erst vor wenigen Tagen einigten sich China und die Europäische Union darauf, über einen sogenannten „grünen Kanal“ die Erteilung chinesischer Exportlizenzen für Seltene Erden und Permanentmagnete an die EU weiter zu erleichtern, wie Reuters berichtete. Derartige Abkommen sollen eigentlich Versorgungssicherheit signalisieren und damit stabilisierend auf die Branche wirken.
Dass der Kurs trotz dieser Nachricht weiter abrutscht, deutet darauf hin, dass Anleger aktuell stärker auf die Preisentwicklung bei den Metallen selbst schauen als auf handelspolitische Rahmenabkommen. Die schwache Nachfrage und die rückläufigen Exportvolumina scheinen das Sentiment stärker zu prägen als die Aussicht auf erleichterten Marktzugang.
Ausblick bleibt von Rohstoffpreisen abhängig
Für den thesaurierenden ETF, der keine Ausschüttungen vornimmt, bleibt die Kursentwicklung vollständig an die zugrunde liegenden Aktienwerte der Seltene-Erden-Branche gekoppelt.
Solange die Preise für Schlüsselmetalle wie Terbium und Dysprosium unter Druck stehen und Chinas Exportvolumen im Jahresvergleich sinkt, dürfte der fundamentale Gegenwind für die im Fonds enthaltenen Titel bestehen bleiben.
Die jüngsten handelspolitischen Erleichterungen zwischen China und der EU ändern daran bislang wenig – sie adressieren den Marktzugang, nicht die Preisschwäche, die den Sektor derzeit belastet.
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