VanEck Seltene Erden ETF: Albemarle mit 8,77 Prozent
Lithium-Schwergewicht im Portfolio bremst den VanEck Seltene Erden ETF trotz steigender Rohstoffpreise aus.

Kurz zusammengefasst
- ETF fällt trotz Rekordpreisen bei Seltenen Erden
- Lithium-Aktien dominieren das Portfolio
- Neue Konkurrenz setzt auf reine Förderer
- Langfristiger Trend bleibt intakt
Seltene Erden erreichen Rekordpreise. Der VanEck ETF, der genau darauf spezialisiert sein soll, fällt trotzdem. Der Grund liegt tief im Portfolio verborgen.
Der VanEck Seltene Erden ETF notiert aktuell bei 13,62 Euro, ein Minus von 1,19 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Verlust von 7,90 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sind es 6,16 Prozent. Das Papier hat sich damit deutlich von seiner jüngsten Handelsspanne entfernt.
Rekordpreise, fallender Kurs
China veröffentlicht wöchentlich einen Preisindex für Seltene Erden. Am 8. Juli 2026 kletterte dieser Index auf 271,9 Punkte, einen Tag später bereits auf 272,4. Schwere Seltene Erden wie Dysprosium und Terbium halten sich auf historisch hohem Niveau. Der Grund: strukturelle Angebotsknappheit.
Außerhalb Chinas existiert nur rund ein Zehntel der globalen Trennkapazität für Seltene Erden. Preise außerhalb Chinas hängen deshalb stark von vertraulichen bilateralen Verträgen ab, nicht von öffentlichen Marktmechanismen. Genau das macht den Fall des VanEck ETF so auffällig: Die Rohstoffpreise steigen, der Fonds fällt in die entgegengesetzte Richtung.
Technisch zeigt der ETF klare Schwächesignale. Er notiert 27,38 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 18,76 Euro, das er am 11. Mai 2026 markierte. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 16,04 Euro fehlen 15,06 Prozent. Der 14-Tage-RSI liegt bei 30,2 und nähert sich der überverkauften Zone, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität auf 42,88 Prozent geklettert ist.
Das Lithium-Problem im Portfolio
Der Schlüssel zum Rätsel liegt in der tatsächlichen Zusammensetzung des Fonds. Sie weicht erheblich vom Namen ab. Die größten Positionen sind keine reinen Förderer Seltener Erden, sondern Lithiumproduzenten.
Zum 15. April 2026 hielt der Fonds mehr Lithium-Gewicht als Gewicht in Seltenen Erden. Die Top-Position war Albemarle Corporation mit 8,77 Prozent, gefolgt von Pilbara Minerals mit 7,14 Prozent, Ganfeng Lithium Group mit 5,69 Prozent und Sociedad Quimica y Minera de Chile mit 5,59 Prozent. Keines dieser Unternehmen ist primär im Geschäft mit Seltenen Erden tätig.
Auf Fondsebene betrachtet, entfallen nur 24 Prozent des Portfolios auf Unternehmen, die tatsächlich mit Seltenen Erden arbeiten. Lithiumfirmen stellen dagegen 38 Prozent. Die kurzfristige Kursentwicklung des ETF hängt damit fast genauso stark an der Lithium-Stimmung wie an der Story rund um Seltene Erden, die dem Fonds seinen Namen gibt. Analysten, die Vergleichsprodukte untersucht haben, verweisen darauf, dass Albemarles Spitzenposition zeigt, wie weit solche Fonds ihr Mandat für „Seltene Erden und kritische Materialien“ auslegen. Lithium gilt nach den Indexregeln als strategisches Metall und qualifiziert sich damit für die Aufnahme.
Konkurrenz setzt auf reine Förderer
Das Lithium-Problem hat eine Welle neuer, enger gefasster Alternativen ausgelöst. Der neu aufgelegte Sprott Rare Earths ex-China ETF positioniert sich explizit gegen genau diese Schwäche.
Ein im April 2026 gestarteter Konkurrenzfonds investiert nach Vergleichsanalysen rund 99 Prozent seines Vermögens in Unternehmen, die sich auf Seltene Erden fokussieren. Chinesische Wertpapiere sind dort komplett ausgeschlossen. Unter vergleichbaren Produkten ist er der einzige mit der expliziten Vorgabe, mindestens 80 Prozent des Vermögens in Firmen aus dem Bereich Seltene Erden zu halten.
Der VanEck ETF bildet dagegen den MVIS Global Rare Earth/Strategic Metals Index ab. Dieser Index deckt ein breites Spektrum an Unternehmen aus dem Bereich Seltene Erden und strategische Metalle ab, einschließlich chinesischer Aktien. Im Vergleich zu manchen Konkurrenten ist der Fonds dadurch relativ stärker auf Seltene Erden konzentriert, enthält aber weiterhin angrenzende strategische Metalle wie Lithium und Kobalt.
Der langfristige Trend bleibt intakt
Die strukturellen Gewichtungsprobleme haben die Entwicklung über zwölf Monate nicht entgleisen lassen. Der ETF steht weiterhin 81,92 Prozent im Plus gegenüber dem Vorjahr und legt seit Jahresbeginn um 6,19 Prozent zu. Das zeigt, wie weit Aktien aus dem Bereich Seltene Erden und strategische Metalle seit den Tiefstständen des Vorjahres gestiegen sind, auch wenn die kurzfristigen Technik-Signale aktuell holprig aussehen.
Der 200-Tage-Durchschnitt bei 14,42 Euro liegt nur 5,54 Prozent über dem aktuellen Kurs. Händler beobachten genau diese Marke. Sie entscheidet mit darüber, ob der jüngste Rückgang nur eine Verschnaufpause im langfristigen Aufwärtstrend darstellt oder der Beginn einer tieferen Korrektur, die von der Schwäche am Lithiummarkt ausgeht.
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