VanEck Seltene Erden ETF: Exportkontrollen-Aussetzung läuft am 10. November aus
Der ETF legte zu, während Chinas Exportregeln ungeklärt bleiben und mehrere enthaltene Unternehmen höhere Umsätze meldeten.

Kurz zusammengefasst
- ETF gewinnt 2,7 Prozent
- Kurs liegt 5,1 Prozent über Tief
- MP Materials steigert Quartalsumsatz um 176 Prozent
- Lynas meldet 55 Prozent Umsatzplus
Der VanEck Seltene Erden ETF verzeichnete am gestrigen Freitag einen Kurszuwachs von 2,7 Prozent und schloss bei einem Stand von 9,14 Euro. Damit konnte sich das Papier etwas von seinem erst am Dienstag markierten 52-Wochen-Tief bei 8,70 Euro absetzen; der Abstand zu diesem Tiefpunkt beträgt nun 5,1 Prozent.
Während der Sektor zuletzt eine allgemeine Schwächephase durchlief, richten Marktteilnehmer ihr Augenmerk auf eine kritische Frist im Handelskonflikt zwischen den USA und China.
Kursplus vor Ablauf wichtiger Export-Fristen
Die Aufmerksamkeit der Anleger gilt dem kommenden 10. November. Zu diesem Datum läuft laut rechtlichen Veröffentlichungen die Aussetzung der erweiterten chinesischen Exportkontrollen für Seltene Erden aus.
Zwar hatten die USA und China eine grundsätzliche Verlängerung ihres Handelsfriedens bis zum 10. Januar 2027 angekündigt, doch hat Peking bisher keine formale Notiz publiziert, die das spezifische Enddatum für die Rohstoff-Beschränkungen anpasst.
Diese regulatorische Ungewissheit prägt das Umfeld des ETF, der seit Jahresbeginn einen Wertverlust von 27 Prozent hinnehmen musste. Parallel dazu verfolgt China laut Berichten von CNBC eine langfristige Strategie, um seine Dominanz in der Lieferkette für kritische Mineralien abzusichern. Demnach weiten staatlich verbundene Unternehmen ihre Bergbau-Beteiligungen im Ausland konsequent aus.
MP Materials und Lynas mit deutlichem Umsatzwachstum
Trotz der politischen Spannungen meldeten zwei der wichtigsten im ETF enthaltenen Unternehmen zuletzt eine positive operative Entwicklung. Der US-Produzent MP Materials übertraf vorgestern die Erwartungen der Wall Street deutlich.
Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal um 176 Prozent auf 147,7 Millionen US-Dollar. Laut Barron’s folgten diese Zahlen einer Phase, in der die Aktie zuvor unter erheblichem Verkaufsdruck gestanden hatte.
Ähnlich robuste Daten lieferte am Montag das australische Bergbauunternehmen Lynas Rare Earths. Der Umsatz im September-Quartal stieg im Jahresvergleich um 55 Prozent auf 310,1 Millionen Australische Dollar. Zwar ging das Verkaufsvolumen um rund 18 Prozent zurück, dies wurde jedoch durch eine massive Preissteigerung kompensiert. Der durchschnittliche Verkaufspreis kletterte um 88 Prozent auf 102,1 Dollar pro Kilogramm.
Fortschritte in den USA und neue Produktionskapazitäten
Neben den Branchenriesen meldete auch Rare Element Resources operative Fortschritte. Das Unternehmen gab am Montag bekannt, in seiner Demonstrationsanlage in Wyoming das erste Seltenerdoxid produziert zu haben. Während die Arbeiten an den Genehmigungen für das Bear-Lodge-Projekt fortgesetzt werden, unterstreicht dieser Schritt die Bemühungen, alternative Produktionskapazitäten außerhalb Chinas aufzubauen.
Trotz der Erholung am gestrigen Handelstag bleibt die mittelfristige Tendenz für den ETF herausfordernd. Das Papier notiert weiterhin deutlich unter technischen Marken; so beträgt der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 14,00 Euro aktuell 35 Prozent. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die starken Fundamentaldaten der Einzelwerte die geopolitischen Unsicherheiten dauerhaft überlagern können.
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