VanEck Seltene Erden ETF: Fristende 10. November, Tief bei 8,91 Euro
NdPr verteuerte sich seit Jahresbeginn um 23 Prozent, während Produzentenaktien im Schnitt 28 Prozent einbüßten.

Kurz zusammengefasst
- VanEck-ETF seit Jahresbeginn 27 Prozent schwächer
- TSMC prüft seltene-Erden-freie Automationsmotoren
- Shenghe plant Verkauf von vier Beteiligungen
- Magnetexporte Chinas stiegen im September um 23 Prozent
Die Marktlage bei Seltenen Erden ist aktuell von einem ungewöhnlichen Auseinanderdriften zwischen den Rohstoffnotierungen und den Kursen der Förderunternehmen geprägt.
Während die Preise für Neodym-Praseodym (NdPr) außerhalb Chinas seit Beginn des Jahres um 23 Prozent zulegten, verloren die Aktien der Produzenten im selben Zeitraum durchschnittlich 28 Prozent an Wert. Der VanEck Seltene Erden ETF spiegelt diesen Abwärtstrend der Branche wider und verzeichnet seit Jahresanfang ein Minus von -27%.
Makroökonomische Faktoren belasten Branchenwerte
Analysten von Canaccord führen diese Diskrepanz in einem aktuellen Bericht vor allem auf globale makroökonomische Faktoren zurück. Trotz stabiler Fundamentaldaten bei den physischen Rohstoffen leiden die Eigenkapitalbewertungen der Unternehmen unter der allgemeinen Marktunsicherheit. Der ETF notiert derzeit bei einem Schlusskurs von 9,15 € und damit deutlich unter seinen Höchstständen vom Frühjahr.
Ein zusätzliches Risiko für die künftige Nachfrageentwicklung zeichnet sich bei den Endabnehmern ab. Medienberichten zufolge führt der Halbleiterhersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) erste Gespräche mit Zulieferern über den Einsatz von Motoren für die Fabrikautomation, die ohne Seltene Erden auskommen. Laut Reuters reagiert der Konzern damit auf die Sorge vor möglichen Lieferunterbrechungen durch chinesische Exportkontrollen.
Umbau der Produktionsketten in China
Parallel zu den Bestrebungen westlicher Abnehmer, Abhängigkeiten zu verringern, festigt der chinesische Staat seinen Zugriff auf die heimische Industrie.
Das Unternehmen Shenghe Resources kündigte am Mittwoch Pläne an, 51-prozentige Beteiligungen an vier Tochtergesellschaften für die Seltenerdverhüttung und -trennung an die staatliche China Rare Earth Group Industrial Development Co. zu veräußern. Das Volumen dieser Transaktion wird auf 1,6575 bis 1,8105 Milliarden RMB taxiert.
An den physischen Märkten zeigten sich die Notierungen zuletzt leicht schwächer. Daten des Shanghai Metals Market (SMM) wiesen für NdPr-Oxid am Donnerstag eine Spanne von 732.000 bis 734.000 RMB pro Tonne aus, was einen Rückgang gegenüber der Vorwoche bedeutet. Auch die Preise für Terbiumoxid gaben nach, während Dysprosium stabil blieb.
Exportdaten und technische Indikatoren
Trotz der Sorgen um eine Verknappung stiegen die chinesischen Exporte von Seltenerdmagneten im September deutlich an. Mit 6.165 Tonnen lagen die Ausfuhren um 23 Prozent über dem Niveau des Vormonats.
In gut zwei Wochen rückt zudem ein wichtiger Termin für den Handel in den Fokus: Am 10. November läuft die Frist für die im Oktober 2025 ausgesetzten erweiterten Exportkontrollen Chinas aus. Bisher liegen keine Informationen über eine Verlängerung vor.
Anleger blicken angesichts der jüngsten Kursverluste auf die charttechnische Unterstützung. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief beträgt aktuell lediglich 2,7%.
Die Kursentwicklung der letzten Wochen hat das Papier nahe an die Marke von 8,91 € herangeführt, die den tiefsten Stand der vergangenen zwölf Monate markiert. Das Marktumfeld bleibt somit von der Spannung zwischen physischer Nachfrage und dem vorsichtigen Agieren der Investoren an den Aktienmärkten geprägt.
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