VanEck Seltene Erden ETF: Westen braucht drei bis fünf Jahre

Chinas Anteil an Spezialmagneten bleibt hoch; Exportdaten schwanken, während Energy Fuels eine bedingte Finanzierung erhält.

Dr. Robert Sasse ·
Industrielle Verarbeitungsanlage für Seltene Erden mit Rohmineralien auf einem Förderband bei Sonnenuntergang. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Unabhängigkeit könnte drei bis fünf Jahre dauern
  • Magnetfertigung gilt als möglicher Engpass
  • September-Exporte sanken gegenüber August
  • Donald-Projekt erhält bedingte Kreditfazilität

Die Seltene-Erden-Branche steht trotz der laufenden Aussetzung chinesischer Exportkontrollen vor einem strukturellen Problem: Der Westen könnte sich nach Einschätzung des französischen Rohstoffbeauftragten Benjamin Gallezot erst in drei bis fünf Jahren spürbar von chinesischen Lieferungen unabhängig machen.

Laut Reuters sprach Gallezot am Mittwoch von einem möglichen Ende der Abhängigkeit von Chinas rund 90-prozentigem Anteil an der Produktion spezialisierter Seltene-Erden-Magnete – vorausgesetzt, geplante Projekte kommen schneller voran. Die Magnetfertigung selbst bleibe dabei der wahrscheinlichste Engpass.

Für den VanEck Seltene Erden ETF (ISIN IE0002PG6CA6) ist diese Einschätzung mehr als eine Randnotiz. Der Fonds bündelt Unternehmen, deren Geschäftsmodell direkt von genau dieser Verschiebung der globalen Lieferketten abhängt – und die Nachrichtenlage der vergangenen Tage zeigt, wie widersprüchlich diese Verschiebung aktuell verläuft.

Lieferkettenbruch bei GM belastet Stimmung

Erst am Freitag hatte Reuters berichtet, dass General Motors seinen langfristigen Liefervertrag mit eVAC Magnetics, der US-Tochter des deutschen Unternehmens Vacuumschmelze, aufgekündigt hat. Die Parteien befinden sich inzwischen in einem Schiedsverfahren.

Die Meldung belastete die gesamte Branche der Seltene-Erden-Aktien zusätzlich, da Energy Fuels über eine geplante Übernahme des Eigentümers der betroffenen Magnetfabrik mit dem Fall verknüpft ist.

Gleichzeitig suchen große Abnehmer nach Alternativen: Taiwan Semiconductor Manufacturing Company fragte laut einem Reuters-Bericht vom Donnerstag bei Ausrüstungslieferanten gezielt nach Fabrikautomatisierungsmotoren, die keine seltenen Erden benötigen.

Exportkontroll-Risiken hätten die Sorge um die Versorgungssicherheit erhöht. Das Beispiel zeigt: Industriekunden bereiten sich auf Lieferausfälle vor, unabhängig davon, ob China seine Exportbeschränkungen tatsächlich dauerhaft lockert.

Exportdaten aus China liefern gemischtes Bild

Auch die aktuellen Handelszahlen aus China sprechen keine eindeutige Sprache. Nach Angaben der chinesischen Zollbehörde, von Reuters ausgewertet, stiegen die Seltene-Erden-Exporte im September auf 4.269,8 Tonnen – ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber ein Rückgang von 9,8 Prozent gegenüber August.

Für die ersten neun Monate des Jahres summierten sich die Exporte auf 43.711 Tonnen, 9,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Bild einer schrittweisen, aber keineswegs linearen Öffnung passt zu der Einschätzung, dass echte Diversifizierung Jahre braucht.

Der Kurs des ETF notiert aktuell bei 9,54 Euro und damit nur noch 7,1 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 8,91 Euro, das Ende Oktober markiert wurde. Die Nähe zu diesem Tief unterstreicht, wie stark die jüngste Nachrichtenkette aus gekündigten Verträgen, gemischten Exportdaten und Substitutionsversuchen der Industrie auf die Stimmung drückt.

Finanzierungszusagen als Gegengewicht

Nicht alle Meldungen der vergangenen Tage waren negativ. Export Finance Australia und die National Reconstruction Fund Corporation genehmigten am Mittwoch vorbehaltlich weiterer Bedingungen eine Kreditfazilität von bis zu 180 Millionen australischen Dollar für die erste Phase des Seltene-Erden-Projekts Donald von Energy Fuels, innerhalb einer geplanten Gesamtfazilität von 200 Millionen australischen Dollar.

Solche Finanzierungszusagen für neue Förderprojekte sind genau jene langfristigen Investitionen, die laut Gallezot nötig sind, um die Abhängigkeit von China überhaupt zu verringern – nur eben mit einem Zeithorizont, der deutlich über das aktuelle Marktgeschehen hinausreicht.

Anzeige

Stand heute, 28. Oktober: VanEck Seltene Erden ETF – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in VanEck Seltene Erden ETF investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 28. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

VanEck Seltene Erden ETF: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

VanEck Seltene Erden ETF ETF

9,43 EUR

– 0,08 EUR -0,81 %
KGV —
Sektor —
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung —
ISIN: IE0002PG6CA6 WKN: A3CRL9

Community Forum zu VanEck Seltene Erden ETF

Ähnliche Artikel

US-Notenbank hält Leitzins stabil und signalisiert Straffung

US-Notenbank hält Leitzins stabil und signalisiert Straffung

Anleihen ·
Symrise Aktie: Haustiernahrung-Enttäuschung!

Symrise Aktie: Haustiernahrung-Enttäuschung!

Earnings ·
Genmab Aktie: Chemofreie Hoffnung

Genmab Aktie: Chemofreie Hoffnung

Gesundheit ·
Infineon Aktie: Warstein überrascht?

Infineon Aktie: Warstein überrascht?

Immobilien & REITs ·
VanEck Seltene Erden ETF: Westen braucht drei bis fünf Jahre

VanEck Seltene Erden ETF: Westen braucht drei bis fünf Jahre

ETFs ·

Weitere Artikel zu VanEck Seltene Erden ETF

Alle Artikel anzeigen
VanEck Seltene Erden ETF: 49 Prozent unter Mai-Hoch von 18,76 Euro

VanEck Seltene Erden ETF: 49 Prozent unter Mai-Hoch von 18,76 Euro

ETFs ·
VanEck Seltene Erden ETF: Fristende 10. November, Tief bei 8,91 Euro

VanEck Seltene Erden ETF: Fristende 10. November, Tief bei 8,91 Euro

ETFs ·
VanEck Seltene Erden ETF: 2,9 Prozent Minus auf 9,16 Euro

VanEck Seltene Erden ETF: 2,9 Prozent Minus auf 9,16 Euro

ETFs ·
VanEck Seltene Erden ETF: Yttrium-Knappheit droht binnen Monaten

VanEck Seltene Erden ETF: Yttrium-Knappheit droht binnen Monaten

ETFs ·
VanEck Seltene Erden ETF: 10 Prozent Minus in sieben Tagen

VanEck Seltene Erden ETF: 10 Prozent Minus in sieben Tagen

ETFs ·