VanEck Semiconductor ETF: 8 Mrd Euro AUM
Der VanEck Semiconductor ETF profitiert massiv vom KI-Infrastruktur-Ausbau und verzeichnet ein Plus von über 90 Prozent seit Jahresbeginn.

Kurz zusammengefasst
- ETF mit über 90 Prozent Plus seit Januar
- Fondsvermögen übersteigt acht Milliarden Euro
- Kurzer Rückschlag nach Broadcom-Ausblick
- KI-Chips erzielen Hälfte der Branchenerlöse
Ein halbes Jahr wie im Rausch liegt hinter dem VanEck Semiconductor ETF. Der Fonds reitet die Welle des KI-Infrastruktur-Ausbaus und ignoriert dabei selbst scharfe Marktkorrekturen. Mit einem Plus von über 90 Prozent seit Januar gehört er zu den stärksten europäischen ETFs des Jahres.
Milliarden fließen in die KI-Infrastruktur
Inzwischen verwaltet der Fonds mehr als acht Milliarden Euro. Investoren suchen gezielt den Zugang zur Hardware-Lieferkette der künstlichen Intelligenz. Das Fundament dafür liefern vier Tech-Giganten. Amazon, Google, Meta und Microsoft investieren dieses Jahr gemeinsam rund 750 Milliarden Dollar in ihre Infrastruktur.
Dieses gigantische Budget treibt die Nachfrage nach den Chips im ETF-Portfolio. Der Fonds bildet einen Index für weltweit aktive Halbleiterunternehmen ab. Kein einzelnes Unternehmen darf dabei mehr als zehn Prozent Gewichtung überschreiten.
Kurzer Schock, schnelle Erholung
Ende Juni dominieren Micron Technology und Advanced Micro Devices das Portfolio. Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) folgt auf dem dritten Platz. Diese Schwergewichte sorgten für enorme Gewinne, brachten aber auch Volatilität.
Anfang Juni erlebte der Sektor einen heftigen Rückschlag. Broadcom verfehlte mit seinem Ausblick die Analystenerwartungen. Die Aktie brach ein und riss die gesamte Lieferkette mit nach unten. Der US-Chipindex verzeichnete den tiefsten Tagesverlust seit März 2020.
Die Panik verflog schnell. Der Sektor erholte sich rasant. Der ETF schloss am Montag bei 105,24 Euro. Damit notiert er nur knapp fünf Prozent unter seinem Allzeithoch von Ende Juni.
Rekordzahlen stützen den Kurs
Die operativen Zahlen der Top-Positionen untermauern die Rallye. TSMC steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal um 35 Prozent. Das Management hob daraufhin die Wachstumsprognose für das Gesamtjahr an. Die Taiwaner profitieren massiv von ihren Allianzen mit Nvidia und Apple.
Bei AMD sieht das Bild ähnlich aus. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 38 Prozent. Besonders das Rechenzentrums-Segment explodierte förmlich. Hier verzeichnete der Konzern ein Plus von 57 Prozent.
Margenwunder treibt den Markt
Der globale Halbleitermarkt steuert dieses Jahr auf einen Umsatz von fast einer Billion Dollar zu. Dabei zeigt sich eine extreme strukturelle Verschiebung. KI-Chips generieren mittlerweile rund die Hälfte der gesamten Branchenerlöse.
Das Erstaunliche: Diese Hochleistungschips machen nicht einmal 0,2 Prozent des gesamten Verkaufsvolumens aus. Genau auf diese margenstarke Nische konzentriert sich das Portfolio des ETFs.
Mit einer Gesamtkostenquote von 0,35 Prozent bleibt der Fonds ein zentrales Instrument für europäische Anleger im Halbleitersektor. Die fundamentale Stärke der Chiphersteller ist intakt. Solange die großen Tech-Konzerne ihre Milliardenbudgets für KI-Hardware aufrechterhalten, bleibt das Umfeld für den ETF historisch stark.
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