VanEck Semiconductor ETF: 8,11 Prozent Wochenverlust

Der Halbleitersektor ist offiziell in einen Bärenmarkt gerutscht. Der VanEck ETF verlor in einer Woche über acht Prozent.

Dieter Jaworski ·
VanEck Semiconductor UCITS ETF Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Philadelphia-Index fällt über 20 Prozent
  • Gewinnmitnahmen und KI-Skepsis belasten
  • Chinesisches Startup stellt neues KI-Modell vor
  • Speicherchip-Sektor besonders stark betroffen

Ein Rekordrally kippt in einen Ausverkauf. Der VanEck Semiconductor UCITS ETF notiert bei 92,88 Euro und hat allein in der vergangenen Woche 8,11 Prozent verloren. Der breite Halbleitersektor ist damit offiziell in einen Bärenmarkt gerutscht.

Der Philadelphia-Index kippt

Der Philadelphia Semiconductor Index, ein zentraler Gradmesser für die Chipbranche, ist am Freitag um bis zu 5,7 Prozent eingebrochen. Von seinem Rekordhoch Ende Juni aus hat der Index mittlerweile mehr als 20 Prozent verloren. Damit ist die Schwelle zum Bärenmarkt erreicht.

Die Dimension der vorherigen Rally macht den Fall besonders schmerzhaft. Zwischen dem Märztief und dem Hoch im Juni war der Index um 105 Prozent gestiegen, getrieben von einer Speicherchip-Euphorie. Aktien wie Marvell Technology, ARM Holdings und Intel haben in der gleichen Zeitspanne mehr als 30 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Allein in dieser Woche verlor der Index 11 Prozent. Das ist der stärkste Wochenverlust seit März 2025. Gemessen am Rekordhoch von Ende Juni steht der Index nun fast 24 Prozent im Minus.

„Der Rückgang spiegelt Gewinnmitnahmen wider und eine wachsende Skepsis gegenüber der Nachhaltigkeit der KI-Investitionen“, erklärt Toni Meadows, Investmentchefin bei BRI Wealth Management.

Neue Konkurrenz aus China befeuert die Sorgen

Zu den Kapitalausgaben-Zweifeln kommt ein neuer Unruhefaktor: Wettbewerb in der KI-Modellentwicklung. Das chinesische Startup Moonshot hat auf der World Artificial Intelligence Conference in Shanghai sein Modell Kimi K3 vorgestellt. Es gilt als das größte frei verfügbare KI-Modell, das Entwickler eigenständig herunterladen und betreiben können.

Die Marktwertvernichtung lässt sich in Zahlen fassen. Seit dem 22. Juni haben Halbleiteraktien weltweit rund 3,3 Billionen Dollar an Börsenwert verloren. Selbst starke Prognosen von TSMC, dem weltgrößten Chip-Auftragsfertiger, und dem niederländischen Ausrüster ASML konnten den Abwärtstrend nicht bremsen.

Speicherchips als Epizentrum

Besonders hart trifft es jenes Segment, das die Rally überhaupt erst befeuert hatte. Speicherchips waren 2026 der heißeste Trade am Markt — nun dreht sich das Bild. Nach den parabolischen Kursgewinnen der vergangenen Monate setzen Anleger jetzt auf Gewinnmitnahmen.

Micron Technology und Sandisk gaben mehr als 2 Prozent ab, Western Digital verlor über 3 Prozent. Auch Ausrüstungshersteller bleiben nicht verschont: Applied Materials und Lam Research büßten jeweils mehr als 4 Prozent ein.

Der breite Markt zieht mit

Die Schwäche im Chipsektor reißt die US-Indizes mit nach unten. Der Nasdaq Composite gab am Freitag rund 1,5 Prozent ab, nachdem das neue offene KI-Modell aus China die Runde machte. Auch in Asien war der Ausverkauf zu spüren: Japans Nikkei 225 fiel um 4 Prozent, nachdem Chipaktien dort um rund 3 Prozent eingebrochen waren.

Trotz der aktuellen Turbulenzen bleibt die Jahresbilanz des ETF beeindruckend. Seit Jahresbeginn steht immer noch ein Plus von 74,36 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar von 120,83 Prozent. Der jetzige Rückschlag relativiert die Ausnahmerally des Jahres 2026, hebt sie aber nicht auf.

Die kommende Woche dürfte richtungsweisend werden. Alphabet und Tesla legen ihre Quartalszahlen vor, ebenso der Chiphersteller Intel. Wie stark die Ergebnisse ausfallen, könnte darüber entscheiden, ob sich die Verkaufswelle fortsetzt oder abflacht.

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Sektor
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