VanEck Semiconductor ETF: Broadcom-Zahlen am 2. September

Der VanEck Semiconductor ETF verzeichnete 1,81 Milliarden US-Dollar Zuflüsse. Broadcoms Quartalszahlen am 2. September rücken nun in den Fokus.

Andreas Sommer ·
Ein moderner Halbleiter-Wafer auf einem industriellen Arbeitstisch in einem Reinraum unter sanfter Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • 1,81 Milliarden US-Dollar ETF-Zuflüsse
  • NVIDIA meldete 96,22 Milliarden Umsatz
  • Wedbush erhöhte Micron-Kursziel
  • Broadcom-Zahlen folgen am 2. September

Massive Kapitalflüsse prägen derzeit das Bild beim VanEck Semiconductor ETF. Nach einer volatilen Handelswoche, die maßgeblich von den Quartalszahlen des Branchenschwergewichts NVIDIA bestimmt wurde, zeigt sich eine deutliche Umkehr in der Anlegerstimmung.

Medienberichten zufolge verzeichnete der Fonds gestern einen Nettozufluss von 1,81 Milliarden US-Dollar über die vergangenen fünf Handelstage. Damit korrigierten Investoren ihre Positionierung deutlich, nachdem in der Vorwoche noch Abflüsse von 1,68 Milliarden US-Dollar das Geschehen dominiert hatten und Kapital verstärkt in alternative Anlagen floss.

NVIDIA-Zahlen sorgen für Marktbewegung

Der wesentliche Kurstreiber für den gesamten Sektor war am vergangenen Mittwoch der Geschäftsbericht von NVIDIA. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 96,22 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 106 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Trotz dieses massiven Wachstums geriet die Aktie im späten Wochenverlauf unter Druck. Grund hierfür war der Ausblick des Managements, das für das Geschäftsjahr 2028 eine Normalisierung der Bruttomarge im Bereich von 71 bis 73 Prozent prognostizierte.

Parallel zu den operativen Zahlen setzte das Unternehmen verstärkt auf Kapitalrückführungen. Insgesamt 26 Milliarden US-Dollar flossen im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 an die Aktionäre zurück.

Davon entfielen 20 Milliarden US-Dollar auf Aktienrückkäufe und weitere 6 Milliarden US-Dollar auf Dividendenzahlungen. Diese Maßnahmen unterstreichen die enorme Cashflow-Stärke des Konzerns, die trotz der Margendiskussion als stabiler Anker für den Chip-Sektor gewertet wird.

Analysten heben Kursziele für Micron und ASML an

Die Zuversicht der Analysehäuser für den Halbleiterbereich bleibt unterdessen hoch. Am heutigen Sonntag erhöhte Wedbush das Kursziel für Micron Technology von 1.300 auf 1.400 US-Dollar und bestätigte die Einstufung als „Outperform“.

Auch für den europäischen Technologie-Marktführer ASML gab es am Freitag positive Signale: Bernstein hob das Kursziel auf 2.623 US-Dollar an. Die Experten begründen diesen Schritt mit einem sich beschleunigenden Investitionszyklus im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und der steigenden Nachfrage nach spezialisierten High-NA EUV-Lithografiesystemen.

Positive Nachrichten kamen zudem am Dienstag von Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC). Medienberichten zufolge sicherte sich der weltweit größte Auftragsfertiger einen neuen Vertrag für 3-Nanometer-Chips mit dem Elektronikhersteller Xiaomi. Dies folgt auf eine bereits starke Geschäftsentwicklung im Juli, in dem TSMC eine Umsatzsteigerung von 44,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete.

Während einzelne kleinere Werte wie Lattice Semiconductor aufgrund hoher Bewertungen zuletzt unter Druck gerieten, bleibt die Nachfrage nach KI-Infrastruktur bei den großen Branchenvertretern das bestimmende Thema.

Broadcom-Quartalsbericht rückt in den Fokus

Nach dem NVIDIA-Ereignis richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger nun auf den nächsten großen Akteur im Ökosystem der künstlichen Intelligenz. Am kommenden Mittwoch, den 2. September, wird Broadcom seine Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal präsentieren. Analysten erwarten hierbei im Konsens einen Umsatz von 29,4 Milliarden US-Dollar.

Bereits im Vorfeld identifizierten Experten das Unternehmen als einen der bedeutendsten Profiteure des KI-Infrastrukturausbaus. Dennoch gibt es auch mahnende Stimmen: Medienberichten zufolge könnten drohende Handelsrestriktionen und Zölle durch die US-Regierung künftig für Gegenwind sorgen.

Für den VanEck Semiconductor ETF wird der kommende Mittwoch zeigen, ob die massiven Zuflüsse der vergangenen Tage durch solide Fundamentaldaten von Broadcom untermauert werden.

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