VanEck Semiconductor ETF: Nvidia-Bericht am 26. August erwartet

Michael Burry vergleicht Nvidias KI-Expansion mit Enron. Trotz positiver Prognosen von ASML und Lam Research fällt der Chip-ETF.

Redaktion Stock-World ·
Nahaufnahme eines modernen Silizium-Wafers mit komplexen Mikrochip-Schaltkreisen unter kühlem Laborlicht. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Burry warnt vor KI-Blase
  • ASML hebt Umsatzprognose an
  • Lam Research meldet Rekordumsatz
  • ETF-Jahresplus bei 79 Prozent

Ein Short-Seller vergleicht Nvidia mit Enron. Gleichzeitig heben zwei andere Chip-Schwergewichte ihre Prognosen an. Der VanEck Semiconductor UCITS ETF steckt mitten in diesem Widerspruch – und der Kurs zeigt es.

Am Donnerstag notiert der Fonds bei 95,15 Euro, ein Tagesminus von 0,8 Prozent. Der Auslöser sitzt bei Nvidia. Der Chipkonzern hat zusammen mit führenden Wall-Street-Banken einen Finanzierungsrahmen über 500 Milliarden Dollar aufgesetzt, um den Ausbau von KI-Infrastruktur zu beschleunigen.

Burry zieht den Enron-Vergleich

Michael Burry, bekannt für seine Wetten gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise, hat am Mittwoch auf der Plattform X scharfe Kritik geübt. Er verglich Nvidias KI-Expansion mit dem Bilanzskandal von Enron aus dem Jahr 2001. Die Risiken für Wirtschaft und Anleger seien heute deutlich höher als in früheren Zyklen, warnte Burry.

Sein zentraler Kritikpunkt: zirkuläre Finanzierungsstrukturen. Konkret meint er Konstruktionen, bei denen Geldgeber, Zulieferer und Kunden über Kredite und Beteiligungen so eng verflochten sind, dass echte Nachfrage und finanzierte Nachfrage kaum noch zu unterscheiden sind. Parallel dazu sind die Kosten für Kreditausfallversicherungen auf Nvidia-Anleihen seit Jahresbeginn um 90 Prozent gestiegen – ein Signal, dass Investoren das Ausfallrisiko neu bewerten.

ASML und Lam Research liefern Gegenargumente

Während Burry warnt, senden andere Kernwerte des ETFs positive Signale. ASML hat seine Umsatzprognose für 2026 kräftig angehoben. Der niederländische Lithografie-Spezialist erwartet nun zwischen 43 und 45 Milliarden Euro, zuvor lag die Spanne bei 36 bis 40 Milliarden Euro. Grund ist die starke Nachfrage nach EUV-Systemen, die Bruttomargen von 54 bis 56 Prozent ermöglichen sollen.

Lam Research meldete für das vierte Fiskalquartal 2026 einen Rekordumsatz von 6,72 Milliarden Dollar. Das Management sieht die KI-Nachfrage als strukturellen Treiber und rechnet auch für das September-Quartal mit weiterem Wachstum. Diese Zahlen halfen dem ETF, seine Jahresperformance von 79 Prozent zu verteidigen – trotz eines Abstands von 14 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 111,18 Euro.

Aus Asien kam zusätzlicher Rückenwind. Samsung Electronics und SK Hynix führten am Morgen die Kursgewinne an, getrieben von Berichten über steigende Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory-Chips und kundenspezifischen KI-Beschleunigern.

Der Blick richtet sich auf den 26. August

Der Relative-Stärke-Index von 51,9 zeigt derzeit eine neutrale Marktphase. Anleger warten auf Nvidias Quartalsbericht, der für den 26. August angesetzt ist. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 92 Milliarden Dollar – das wäre eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahreswert.

Auch TSMC bestätigt die starke Nachfrage: Der Auftragsfertiger meldete für Juli ein Umsatzplus von 44,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die eigentliche Streitfrage betrifft aber die Finanzierung des Booms. Die vier größten Hyperscaler wollen 2026 zusammen etwa 725 Milliarden Dollar in Sachanlagen investieren.

Ein wachsender Teil dieser Summe kommt nicht mehr aus dem operativen Cashflow, sondern aus Fremd- und Eigenkapital. Genau diese Verschiebung beobachten Marktteilnehmer nun genau – sie könnte ein frühes Signal für eine Abkühlung im Investitionszyklus der Chipbranche sein.

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