VanEck Semiconductor ETF: Wochenminus 4,45 Prozent trotz Freitag-Erholung

Trotz Wochenminus von 4,45 Prozent schließt der VanEck Semiconductor ETF freitags im Plus. Starke Cloud-Zahlen von Microsoft und Amazon beenden den Ausverkauf.

Redaktion Stock-World ·
Digitale Kursanzeige mit einer fallenden Trendlinie vor einem unscharfen Hintergrund eines Handelsraums. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Wochenminus trotz Freitagsrally
  • Cloud-Riesen stoppen Chip-Ausverkauf
  • Speicherpreise steigen weiter deutlich
  • Volatilität bleibt auf hohem Niveau

Erst der Absturz, dann die Rally. Der VanEck Semiconductor UCITS ETF hat eine der turbulentesten Handelswochen der letzten Monate hinter sich – und trotzdem am Ende Boden gutgemacht.

Am Freitag schloss der Fonds bei 89,23 Euro, ein Plus von 0,92 Prozent auf Tagessicht. Über die gesamte Woche steht dennoch ein Minus von 4,45 Prozent zu Buche. Der ETF bildet die größten US-Chiphersteller und Ausrüster ab und schwankte zwischen brutalem Ausverkauf und scharfer Erholung, während die Stimmung rund um die KI-Investitionen der Tech-Konzerne kippte.

Panik in der Wochenmitte

Zur Wochenmitte verloren die wertvollsten Chip-Aktien der Welt binnen weniger Tage zusammen mehr als eine Billion Dollar an Marktkapitalisierung. Angeführt wurde der Ausverkauf von Nvidia. Auch die Speicherchip-Hersteller SK Hynix, Samsung Electronics und Micron traf es hart – sie verloren 176, 173 und 113 Milliarden Dollar an Wert.

Michael Field, Chefstratege für Aktien bei Morningstar, ordnete den Rückgang so ein: Er sei „größtenteils von Stimmung getrieben, nicht von Fundamentaldaten“. Field sprach von einem simplen „Vertrauensverlust“. Die Sorge der Anleger: Die Ausgaben für KI-Infrastruktur könnten schneller ihren Höhepunkt erreichen als erwartet.

Die Wende am Freitag

Die Stimmung drehte dramatisch. Der südkoreanische Kospi-Index schoss um rekordverdächtige 18 Prozent nach oben, SK Hynix erreichte sein Tageslimit von 30 Prozent. Auslöser war ein anderer: starke Quartalszahlen von Microsoft und Amazon.

Beide Konzerne meldeten das schnellste Cloud-Wachstum seit 2021. Das beruhigte Anleger, die zuvor bezweifelt hatten, dass die hohen KI-Investitionen noch ausreichend Rendite abwerfen. Der breitere US-Handel spiegelte diese Wende: Der Philadelphia Semiconductor Index schloss 8,2 Prozent höher und beendete damit eine fünftägige Verlustserie. Applied Materials sprang um 15 Prozent, Micron sogar um 18,4 Prozent.

Was den Ausverkauf wirklich trieb

Zu Wochenbeginn hatten neue Zweifel an der Ausgabendisziplin der großen Cloud-Anbieter die Kurse belastet. Der Chipsektor zählt zu den größten Profiteuren des KI-Booms – Anleger hatten zuletzt massiv Kapital in die Branche gepumpt.

Analysten widersprachen der Panikstimmung allerdings deutlich. Die Speicherpreise stiegen weiter, statt zu fallen: Die DRAM-Verträge für das dritte Quartal wurden 20 bis 30 Prozent höher abgeschlossen. Google und Meta sicherten sich zudem Fünfjahresverträge mit fixierten Preisen und Mengen. Neue nennenswerte Kapazitäten am Markt erwarten Analysten frühestens 2028.

Ein Technologieanalyst argumentierte, der Markt habe überreagiert. Chiphersteller folgten stärker den Gewinnen als jede andere Branchengruppe. Nach dem Kursrutsch preise der Markt ein Gewinnwachstum von 28 Prozent auf Sicht der kommenden Quartale ein – bei einem aktuellen Wachstum von nahezu 70 Prozent.

Einige Vermögensverwalter nutzten den Rücksetzer gezielt zum Einstieg. Ein Manager sah darin keine Verschlechterung der Fundamentaldaten, sondern eine Chance: Die Bewertungen seien attraktiver geworden, was den Zukauf von Qualitätsunternehmen zu vernünftigeren Preisen ermögliche.

Ausblick: Volatilität bleibt hoch

Der Fonds notiert derzeit 19,74 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 111,18 Euro, das er Ende Juni erreicht hatte. Das zeigt, wie scharf der jüngste Rücksetzer wirklich ausfiel – trotz der Erholung am Freitag bleibt die Distanz zum Hoch beträchtlich.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 60,54 Prozent. Das signalisiert, dass der Markt weiterhin widersprüchliche Signale verarbeitet: robuste Nachfragedaten der Speicherchip-Hersteller stehen gegen die Sorge, ob die hohen KI-Budgets der Cloud-Anbieter nachhaltig sind.

Die kommenden Quartalsberichte und Ausgabenprognosen der großen Cloud-Konzerne dürften auch in den nächsten Wochen den entscheidenden Faktor für die Richtung des Sektors bilden.

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Sektor
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
ISIN: IE00BMC38736 WKN: A2QC5J

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