Vanguard FTSE All-World: 1,13 Prozent Wochenverlust im Ölschock
Geopolitische Spannungen treiben Ölpreis und Anleiherenditen, der VWRA-ETF verliert trotz positiver Jahresbilanz an Wert.

Kurz zusammengefasst
- VWRA schließt Woche mit Verlust
- Ölpreis steigt um über 55 Prozent
- Anleiherenditen weltweit im Aufwind
- Fed-Zinserhöhung rückt näher
Ein globaler Anleihenausverkauf hat die Aktienmärkte weltweit erfasst. Auslöser ist ein Ölpreisschock, der an die 1970er-Jahre erinnert — und der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (VWRA) schloss die Woche mit einem Minus von 1,13 Prozent.
Ölschock und Anleihenrout als Doppelbelastung
Der US-Iran-Konflikt hat die Energiemärkte erschüttert. Brent-Rohöl stieg seit Kriegsbeginn um mehr als 55 Prozent und notierte zuletzt bei rund 107 Dollar je Barrel. Die Straße von Hormuz — über die etwa 35 Prozent des weltweiten Seetransports von Rohöl laufen — ist weitgehend gesperrt. Friedensgespräche scheiterten diese Woche.
Die Folge: Inflationsängste treiben Anleiherenditen weltweit nach oben. US-Zehnjahresrenditen kletterten über 4,5 Prozent. In Japan erreichte die 30-jährige Rendite erstmals vier Prozent. Britische Langläufer markierten ein 28-Jahres-Hoch. Der US-Verbraucherpreisindex lag im April bei 3,8 Prozent — dem höchsten Stand seit drei Jahren.
Märkte preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von fast zwei Dritteln für eine Fed-Zinserhöhung im Dezember ein. Das ist eine deutliche Kehrtwende. Kevin Warsh, gerade vom Senat als neuer Fed-Chef bestätigt, übernimmt das Amt von Jerome Powell, dessen Amtszeit am Freitag endet.
VWRA: Rücksetzer nach starker Erholung
Der ETF schloss am Freitag bei 159,06 Euro — nur knapp unter seinem Allzeithoch von 160,88 Euro vom Vortag. Auf Sieben-Tage-Sicht steht noch ein kleines Plus von 0,56 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt der Zuwachs fast neun Prozent, auf Zwölfmonatssicht knapp 22 Prozent. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt liegt bei rund 9,5 Prozent — das mittelfristige Bild bleibt konstruktiv.
Innerhalb des Portfolios zeigt sich eine klare Spaltung. KI-getriebene Märkte wie Südkorea und Taiwan sowie US-Technologiewerte haben den Konflikt bisher gut weggesteckt. Länder mit hoher Energieabhängigkeit und inflationsexponierte Sektoren wie Rohstoffe hinken hinterher. Die USA machen mit 61,3 Prozent den größten Länderanteil aus. Finanzwerte führen mit 15,5 Prozent die Sektorgewichtung an.
G7 und Ölmarkt im Blick
Der Anleihenausverkauf beschäftigt nun auch die Politik. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama kündigte an, das Thema beim G7-Treffen Anfang nächster Woche in Paris anzusprechen.
Die US-Energiebehörde EIA erwartet, dass globale Ölvorräte im zweiten Quartal täglich um 8,5 Millionen Barrel schrumpfen. Brent soll im Mai und Juni bei rund 106 Dollar bleiben, bevor steigende Fördermengen den Preis im vierten Quartal auf etwa 89 Dollar drücken. Ob dieser Rückgang schnell genug kommt, um die Inflationserwartungen zu dämpfen, entscheidet maßgeblich darüber, wie aggressiv die Fed unter Warsh reagieren muss — und damit auch, wie stark der Gegenwind für globale Aktien bleibt.
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