Vanguard FTSE All-World: 18,2 Mrd Dollar Zuflüsse
Vanguard reduziert Kostenquote auf 0,14 Prozent, bleibt aber teurer als neue Konkurrenzprodukte von BlackRock und DWS.

Kurz zusammengefasst
- Kostenquote sinkt auf 0,14 Prozent
- BlackRock und DWS bieten günstigere Alternativen
- Rekordzuflüsse von 18,2 Milliarden Dollar
- Fondsgröße sichert Liquiditätsvorteile
Ab dem 28. Juli 2026 sinkt die Kostenquote des Vanguard FTSE All-World UCITS ETF auf 0,14 Prozent. Der Schritt kommt nicht zufällig. Europas größter Welt-Aktien-ETF steht unter Druck – neue Konkurrenten drängen mit noch niedrigeren Gebühren in denselben Markt.
Günstiger, aber nicht am günstigsten
Zwei neue Produkte von BlackRock und DWS bilden denselben Index ab und verlangen dafür nur 0,12 Prozent Gesamtkostenquote. Vanguard bleibt also selbst nach der Senkung teurer. Trotzdem zieht der Fonds mehr Geld an als jeder andere ETF am Markt.
Seit Jahresbeginn 2026 flossen 18,2 Milliarden Dollar netto in das Produkt. Das ist mehr als doppelt so viel wie beim nächstplatzierten Konkurrenten, dem State Street SPDR MSCI All-Country World UCITS ETF. Dieser kommt trotz eines Gebührenvorteils von 0,12 Prozent nur auf 18,6 Milliarden Dollar Zuflüsse seit Jahresbeginn – über einen längeren Zeitraum als bei Vanguard betrachtet.
Die aktuelle Senkung ist bereits die zweite innerhalb weniger Monate. Im Oktober vergangenen Jahres hatte Vanguard die Gebühr schon einmal gekappt, von 0,22 auf das jetzige Niveau. In Summe sinken die Kosten damit um 36,4 Prozent innerhalb von weniger als einem Jahr. Das zeigt: Vanguard verteidigt seine Marktposition mit harten Bandagen.
Warum Anleger trotzdem bei Vanguard bleiben
Der Gebührenunterschied zu den Rivalen ist gering. Trotzdem wechseln die meisten Anleger nicht. Der Grund liegt in der schieren Größe des Fonds.
Mit einem verwalteten Vermögen von 76,8 Milliarden Dollar ist der Vanguard-ETF um ein Vielfaches größer als die neuen Angebote von BlackRock und DWS. Diese Größe bringt tiefe Liquidität und enge Spreads – Vorteile, die sich über Jahre aufgebaut haben und sich nicht über Nacht kopieren lassen. Genau das hält viele Investoren bei der Stange, selbst wenn Konkurrenten auf dem Papier günstiger sind.
Jon Cleborne, Europa-Chef von Vanguard, ordnete den Preiskampf im Mai auf einer Branchenkonferenz größer ein. Seiner Einschätzung nach könnte das verwaltete ETF-Vermögen in Europa bis 2032 auf sieben bis zehn Billionen Dollar wachsen. Der aktuelle Wettbewerb sei damit Teil eines wachsenden Gesamtmarkts – kein reiner Verdrängungskampf um bestehende Gelder.
Kurs pendelt knapp unter Rekordhoch
Am Freitag schloss der Fonds bei 163,78 Euro, ein Plus von 0,10 Prozent auf Tagesbasis. Das liegt nur rund zwei Prozent unter dem Rekordhoch von 167,10 Euro, das der ETF am 22. Juni erreichte. Über die vergangenen zwölf Monate steht ein Kursplus von 22,92 Prozent zu Buche – ein Spiegelbild der breiten Rally an den globalen Aktienmärkten, die der Fonds abbildet.
Die Gebührensenkung greift ab dem 28. Juli für alle Handelsplätze des Fonds – darunter die Londoner Börse, die Deutsche Börse, die SIX Swiss Exchange und die Borsa Italiana. Das aktuelle Factsheet wird im nächsten monatlichen Update die neue Kostenquote ausweisen. Ob die niedrigeren Gebühren zusätzliche Zuflüsse auslösen, dürfte sich in den Handelsvolumina der kommenden Wochen zeigen.
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