Vanguard FTSE All-World: Amazon +8,9%, Apple -5,9% neutralisieren sich
Amazon übertrifft erstmals 200 Mrd. Dollar Quartalsumsatz, während Apple-Ausblick enttäuscht. Der Vanguard-ETF profitiert netto vom Tech-Kräftemessen.

Kurz zusammengefasst
- Amazon übertrifft Umsatzmarke von 200 Milliarden
- Apple-Ausblick belastet Aktie deutlich
- Bank of Japan hält Zinsniveau stabil
- ETF-Jahresplus von fast 13 Prozent
Zwei Tech-Riesen, zwei komplett gegensätzliche Reaktionen – und mittendrin ein ETF, der beide hält. Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation legte am Freitagmorgen vorbörslich um 0,61 Prozent zu und erreichte 164,20 Euro. Der Kurs bewegt sich damit nur noch 1,74 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 167,10 Euro aus dem Juni.
Amazon glänzt, Apple bremst
Der Anstieg fällt in eine Woche mit widersprüchlichen Quartalszahlen aus den USA. Amazon meldete am Donnerstagabend einen Quartalsumsatz von 200,6 Milliarden Dollar. Damit knackte der Konzern erstmals die Marke von 200 Milliarden Dollar in einem einzigen Quartal.
Treiber war die Cloud-Sparte AWS. Sie wuchs um 37 Prozent im Jahresvergleich – das schnellste Tempo seit 18 Quartalen. Die Amazon-Aktie sprang nachbörslich um rund 8,9 Prozent nach oben.
Apple lieferte ein anderes Bild. Der Konzern übertraf zwar die Erwartungen beim Umsatz mit 109,4 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 2,02 Dollar. Das Management äußerte sich aber vorsichtig zum Ausblick und verwies auf anhaltende Probleme in der Lieferkette. Die Aktie brach im späten Handel um etwa 5,9 Prozent ein.
Für den Vanguard-ETF, der beide Werte hoch gewichtet, ergibt sich daraus ein Kräftemessen zweier Schwergewichte. Aktuell überwiegt der positive Effekt aus dem Amazon-Sprung.
Bank of Japan hält Zinsen, klingt aber falkenhaft
Eine zweite Einflussgröße kommt aus Asien. Die Bank of Japan beließ am Freitag ihren Leitzins bei 1,00 Prozent, das Board stimmte mit 8 zu 1 dafür. Die Entscheidung selbst kam nicht überraschend, wohl aber der Ton der Erklärung.
Die Notenbank signalisierte erneut Bereitschaft, die Zinsen weiter anzuheben, sollten Inflationsrisiken bestehen bleiben. Direktoriumsmitglied Hajime Takata stimmte sogar für eine sofortige Anhebung auf 1,25 Prozent.
Zusammen mit jüngsten Yen-Stützungskäufen der japanischen Regierung in New York hat sich der Yen gegenüber dem Dollar stabilisiert. Da Japan im FTSE-All-World-Index ein deutliches Gewicht trägt, wirken diese Währungs- und Zinssignale direkt auf die ETF-Bewertung. Sie bilden derzeit ein Gegengewicht zum wachstumsstarken US-Technologiesektor.
Breite Aufstellung fängt Einzelrisiken ab
Der ETF verzeichnet seit Jahresbeginn ein Plus von 12,96 Prozent. Die Streuung über große und mittelgroße Unternehmen in Industrie- und Schwellenländern erlaubt es dem Fonds, Rückschläge einzelner Titel wie Apple zu verkraften.
Parallel richtet sich der Blick auf die Inflation in der Eurozone. Vorläufige Zahlen für Juli deuten auf eine Rate von 2,8 Prozent hin, unverändert gegenüber Juni. Die Europäische Zentralbank könnte im September über eine weitere Zinserhöhung beraten – ein Faktor, der die globale Streuung des Vanguard-Portfolios zusätzlich in den Fokus rückt.
Der Fonds notiert damit weiterhin komfortabel über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 151,92 Euro. Records bei den Mittelzuflüssen zu Jahresbeginn stützten diese Entwicklung, getrieben von der breiten geografischen Abdeckung und hohen Liquidität des Produkts.
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