Vanguard FTSE All-World ETF: Alphabet minus 18,7 Prozent im Oktober
Technologieverluste drückten den Welt-ETF im Oktober, während Energie und gleichgewichtete Indizes zulegten.

Kurz zusammengefasst
- Globale Aktien verloren im Oktober 1,6 Prozent
- Technologiesektor gab um 7 Prozent nach
- Energiewerte führten mit 12,8 Prozent Plus
- ETF liegt seit Jahresbeginn 16 Prozent vorn
Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation (ISIN IE00BK5BQT80) bekam im Oktober die Kehrseite der KI-Euphorie zu spüren. Während der breite globale Markt insgesamt nachgab, zeigte sich unter der Oberfläche eine deutliche Verschiebung: Schwergewichte aus Technologie und Kommunikationsdienste bremsten, defensivere Sektoren und die Marktbreite legten zu.
Rotation weg von den KI-Schwergewichten
Laut dem Vermögensverwalter Saxo fielen globale Aktien im Oktober in Dollar gerechnet um 1,6 Prozent. Innerhalb dieses Rückgangs verlief die Entwicklung jedoch höchst ungleich: Technologiewerte verloren laut Saxo 7 Prozent, Kommunikationsdienste sogar 13,5 Prozent. Unter den großen Indexschwergewichten rutschte Nvidia um 10,4 Prozent ab, Alphabet um 18,7 Prozent und Meta um 15,2 Prozent.
Gleichzeitig verschob sich die Führung im US-Markt. Der gleichgewichtete S&P 500 gewann laut Saxo im Oktober 5 Prozent, während sein nach Marktkapitalisierung gewichtetes Pendant um 0,9 Prozent nachgab.
Nasdaq-Daten vom 2. November bestätigen das Bild: Der Nasdaq Composite fiel im Oktober um 5,3 Prozent, der Nasdaq-100 um 6,6 Prozent, während der gleichgewichtete S&P-500-Index um 5 Prozent zulegte.
Als Grund nannte Nasdaq eine Neubewertung der KI-Investitionen durch Anleger – insbesondere Zweifel an der Umwandlung in freien Cashflow und am Zeitplan für die Monetarisierung der Infrastrukturausgaben.
Auslöser der jüngsten Verunsicherung waren laut Reuters schwache Signale von Intel und Amazon zu KI-Ausgaben, Cash-Verbrennung und unsicheren Renditen. Der MSCI-Weltindex fiel an jenem Freitag um 1,5 Prozent. Für einen marktkapitalisierungsgewichteten globalen Index wie den vom Vanguard-ETF nachgebildeten FTSE All-World bedeutet eine solche Konzentration auf wenige Schwergewichte ein überproportionales Gewicht einzelner Kursbewegungen.
Energie und Substanzwerte als Gegengewicht
Nicht alle Sektoren litten. Saxo berichtete, dass Energiewerte im Oktober mit einem Plus von 12,8 Prozent die Sektorentwicklung unter den Industrieländern anführten, gefolgt von Konsumgütern des täglichen Bedarfs und Gesundheitswerten.
Diese Rotation weg von Momentum- und KI-Favoritons hin zu defensiveren und zyklischen Werten stützte zumindest teilweise die Breite des globalen Index, auch wenn sie den Rückgang der Technologieriesen nicht vollständig ausglich.
Eine gewisse Stabilisierung zeigte sich zuletzt im US-Handel: Eine Erholung bei Big-Tech-Werten half dem S&P 500 am Montag zu einem Plus von 0,4 Prozent und dem Nasdaq Composite zu 0,8 Prozent, obwohl die Mehrheit der S&P-500-Mitglieder nachgab.
Nvidia und andere KI-nahe Titel trugen laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP zu diesem Anstieg bei, während Apple nach einer Warnung vor steigenden Speicherchip-Kosten und möglichem Margendruck nachgab.
Kursbild bleibt angeschlagen
Der Welt-ETF schloss am Dienstag bei 168,16 Euro, ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Rückgang von 2,0 Prozent zu Buche, über 30 Tage von 2,9 Prozent – eine direkte Folge der beschriebenen Technologie-Schwäche. Trotz der jüngsten Dellen bleibt der Fonds mit einem Plus von 16 Prozent seit Jahresbeginn deutlich im grünen Bereich, gestützt von der breiteren Markterholung außerhalb der größten KI-Werte.
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