Vanguard FTSE All-World ETF: TER auf 0,14%, zweite Kürzung in zwölf Monaten
Vanguard senkt die Kosten seines All-World-ETF auf 0,14 Prozent. Trotz günstigerer Konkurrenz bleibt der Fonds der volumenstärkste im europäischen Markt.

Kurz zusammengefasst
- Laufende Kosten auf 0,14% gesenkt
- Preiskampf um FTSE All-World Index
- Fondsvolumen von 75,68 Milliarden Dollar
- Jahresplus von über 21 Prozent
Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF senkt heute offiziell seine Gebühren. Die laufenden Kosten fallen von 0,19 Prozent auf 0,14 Prozent pro Jahr. Es ist bereits die zweite Senkung innerhalb von zwölf Monaten – im Oktober 2025 hatte Vanguard die Gebühr schon einmal von 0,22 Prozent gesenkt.
Der Schritt kommt nicht überraschend. Am globalen Aktien-ETF-Markt tobt derzeit ein regelrechter Preiskampf um den FTSE All-World Index.
Konkurrenz drückt aufs Tempo
BlackRock brachte im Mai 2026 eine eigene iShares-Version des Index heraus, mit einer Gebühr von nur 0,12 Prozent. Noch aggressiver agierte DWS: Im Juni senkte der Anbieter die Kosten seines Xtrackers FTSE All-World UCITS ETF auf 0,07 Prozent. Damit liegt Vanguard trotz der Senkung weiterhin über beiden Wettbewerbern.
Für die Anleger des Fonds bedeutet die Anpassung dennoch spürbare Einsparungen. Laut Branchendaten dürfte die Gebührensenkung der Investorenbasis kollektiv rund 37 Millionen Dollar jährlich ersparen. Mit einem Fondsvolumen von etwa 75,68 Milliarden Dollar bleibt das Vanguard-Produkt der größte Tracker auf diesen Index im europäischen Markt.
Vanguard setzt dabei auf einen anderen Trumpf als den reinen Preis: Skaleneffekte und Liquidität. Der Fonds soll die Kostenlücke schließen, ohne die etablierte Marktposition zu riskieren.
Technologie treibt die Rendite
Angetrieben wird die Wertentwicklung des Fonds weiterhin von großen Technologiewerten. Laut Factsheet zum 31. Mai 2026 zählen Alphabet mit 3,8 Prozent und Microsoft mit 3,2 Prozent zu den größten Positionen. Auch Nvidia, Apple und Amazon gehören zu den zentralen Treibern der Performance.
Diese Konzentration hat dem Fonds in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 21,10 Prozent beschert. Seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von 12,30 Prozent zu Buche. Die Kehrseite: Die Abhängigkeit von wenigen Schwergewichten treibt auch die Schwankungsbreite – die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt aktuell bei 11,03 Prozent.
Trotz der neuen, günstigeren Konkurrenz bleibt die Nachfrage hoch. Seit Anfang 2026 flossen dem Fonds netto rund 18,2 Milliarden Dollar zu. Viele institutionelle und private Anleger gewichten offenbar die lange Tracking-Historie und die hohe Liquidität am Sekundärmarkt höher als den kleinen Kostenvorteil neuerer Anbieter.
Aktuell notiert der ETF bei 163,24 Euro, rund 2,3 Prozent unter seinem Rekordhoch von 167,10 Euro aus dem Juni. Der RSI von 45,9 signalisiert eine neutrale Marktlage – der Fonds befindet sich derzeit in einer Konsolidierungsphase, weder überkauft noch überverkauft. Ob die gesenkten Gebühren mittelfristig neue Mittelzuflüsse auslösen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zu den Fondsvolumina zeigen.
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