Vanguard FTSE All-World: September-Review von FTSE Russell
Geopolitische Spannungen und steigende Ölpreise setzen den Vanguard FTSE All-World ETF unter Druck. Die Jahresbilanz bleibt trotz geopolitischer Risiken stark.

Kurz zusammengefasst
- Ölpreis-Schock belastet Weltaktien
- ETF bleibt nahe Rekordhoch
- FTSE Russell kündigt Index-Anpassungen an
- USA und Technologie dominieren Portfolio
Ein Krisenherd am Golf trifft den größten passiven Fonds der Welt. Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation verlor am Dienstag 0,9 Prozent und schloss bei 167,00 Euro. Der Grund liegt weit weg von den Börsen: in der Straße von Hormus.
Ölpreis treibt Nervosität an der Börse
Am 17. und 18. August eskalierte der Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Betroffen ist die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Öl weltweit. Die Folge: Der Brent-Ölpreis schoss auf 88,50 bis 91 Dollar je Barrel.
Steigende Energiekosten wirken sich direkt auf die Weltwirtschaft aus. Der britische Leitindex FTSE 100, ein wichtiger Bestandteil des globalen Weltindex, verzeichnete am Montag bereits den sechsten Verlusttag in Folge. Besonders Konsumwerte litten unter der Kombination aus teurer Energie und Inflationssorgen.
Trotz des Rücksetzers bleibt die Jahresbilanz des ETF stark. Mit einem Plus von 15 Prozent seit Jahresanfang liegt der Fonds nur 1,9 Prozent unter seinem Rekordhoch von 170,24 Euro, das er erst am 13. August erreicht hatte. Auch der Blick auf zwölf Monate zeigt ein deutliches Plus von 23 Prozent.
FTSE Russell bereitet September-Review vor
Während die Schlagzeilen von Öl und Nahost-Konflikt dominiert wurden, arbeitete FTSE Russell im Hintergrund weiter. Der Indexanbieter veröffentlichte am 18. August mehrere technische Updates zur bevorstehenden Index-Überprüfung im September.
Dazu zählt eine Bestätigung zur Behandlung indonesischer Aktien im Index. Zusätzlich ändert FTSE Russell das Investierbarkeits-Gewicht von Hugo Boss. Der indische Titel Triveni Power Transmission fliegt komplett aus dem Indexsystem. Solche Anpassungen sollen sicherstellen, dass der Weltindex die tatsächlich handelbare Marktkapitalisierung korrekt abbildet.
USA und Technologie bleiben Schwergewichte
Die USA dominieren den ETF nach wie vor mit rund 60,4 Prozent des Portfolios. Technologie- und Halbleiterwerte aus diesem Markt haben maßgeblich zum Kursgewinn der letzten zwölf Monate beigetragen.
Auf Sektorebene zeigt sich ein ähnliches Bild: Technologie macht etwa 34,1 Prozent der Gewichtung aus. Finanzwerte und Industrieunternehmen folgen mit 14,3 und 12,3 Prozent deutlich abgeschlagen.
Der Fonds bildet den FTSE All-World Index über ein optimiertes Sampling-Verfahren ab und hält dabei mehr als 3.400 Einzelwerte. Diese breite Streuung erklärt auch die vergleichsweise niedrige 30-Tage-Volatilität von 12 Prozent – ein moderater Wert für ein globales Aktienportfolio in einer Phase geopolitischer Unsicherheit.
Der technische Rahmen bleibt intakt. Mit einem RSI von 51,9 zeigt sich weder Überkauft- noch Überverkauft-Signal, und der Kurs notiert weiterhin klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 153,35 Euro. Die kommende September-Überprüfung dürfte zeigen, ob sich der ETF aus der aktuellen Konsolidierung nahe dem Rekordhoch nach oben lösen kann – oder ob die Nahost-Spannungen den Kurs weiter in Richtung des 100-Tage-Durchschnitts bei 160,41 Euro drücken.
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