Vanguard FTSE All-World: TER auf 0,14% ab 28. Juli 2026
Vanguard senkt die Kosten seines FTSE All-World ETFs auf 0,14 Prozent. Trotz günstigerer Konkurrenz verzeichnet der Fonds weiterhin hohe Mittelzuflüsse.

Kurz zusammengefasst
- Gesamtkostenquote auf 0,14 Prozent gesenkt
- Zweite Gebührenreduzierung innerhalb eines Jahres
- Konkurrenzprodukte von BlackRock und DWS günstiger
- Fonds sammelt weiterhin Milliarden ein
Vanguard senkt die Kosten für seinen FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation erneut. Seit Dienstag, dem 28. Juli 2026, liegt die Gesamtkostenquote nur noch bei 0,14 Prozent pro Jahr, zuvor waren es 0,19 Prozent. Für einen Fonds mit rund 75 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen ist das keine Kleinigkeit: Die Ersparnis für Anleger summiert sich auf etwa 37 Millionen Dollar jährlich.
Es ist bereits die zweite Senkung innerhalb eines Jahres. Erst im Oktober hatte Vanguard die Gebühr von 0,22 auf 0,19 Prozent gedrückt. Der Schritt kommt nicht aus freien Stücken.
Der Preisdruck durch die Konkurrenz
BlackRock und die DWS haben in den vergangenen Monaten eigene ETFs auf den FTSE All-World Index aufgelegt, beide mit einer Kostenquote von nur 0,12 Prozent. Vanguard bleibt mit 0,14 Prozent also weiterhin teurer als die neuen Rivalen. Trotzdem zieht der Fonds mehr Kapital an als jedes andere Produkt in Europa: In der Woche bis zum 24. Juli flossen ihm netto 718,7 Millionen Euro zu, laut Marktdaten der höchste Wert unter allen europäischen ETFs in diesem Zeitraum.
Seit Jahresbeginn hat der Fonds netto 18,2 Milliarden Dollar eingesammelt. Anleger honorieren offenbar die hohe Liquidität und die lange Erfolgsbilanz des Produkts, selbst wenn günstigere Alternativen existieren. Kein Wunder, dass Vanguard trotz des Preisdrucks kaum Marktanteile verliert.
Wenige Tech-Riesen bestimmen die Rendite
Der Name „All-World“ suggeriert breite Streuung, doch die Wertentwicklung hängt stark von einer Handvoll US-Technologiekonzerne ab. Nvidia führt die Gewichtung mit 4,45 Prozent an, gefolgt von Apple mit 3,98 Prozent und Microsoft mit 2,64 Prozent. Amazon und Alphabet folgen mit 2,20 beziehungsweise 1,99 Prozent.
Diese Konzentration hat dem Fonds ein Plus von 12,82 Prozent seit Jahresbeginn beschert. Auf Sicht von zwölf Monaten steht sogar ein Zuwachs von 21,57 Prozent zu Buche. Aktuell notiert der ETF bei 164,00 Euro und damit nur 1,86 Prozent unter seinem Rekordhoch von 167,10 Euro aus dem Juni.
Insgesamt bündelt der Index nur einen Bruchteil des globalen Aktienmarktes. Von weltweit rund 35.000 gehandelten Aktien schafft es die FTSE-All-World-Methodik auf 4.270 Titel, Vanguard selbst hält davon derzeit 3.782 zur physischen Nachbildung. Im Schnitt landet also nur jede achte global gehandelte Aktie tatsächlich im Portfolio. US-Unternehmen dominieren dabei mit einem Indexgewicht von etwa 61,7 Prozent.
Ruhige Phase nach starkem Lauf
Technisch zeigt sich der Fonds derzeit unaufgeregt. Der RSI liegt bei 48,9, die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage bei 10,95 Prozent – beides Werte, die eher auf eine Konsolidierung nahe der Rekordmarke hindeuten als auf akute Nervosität im Markt.
Die Kombination aus sinkenden Kosten und robusten Mittelzuflüssen dürfte Vanguards Position im hart umkämpften Markt für globale Aktien-ETFs vorerst festigen. Ob die Konkurrenz mit weiteren Preissenkungen nachzieht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen müssen.
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