Verbio Aktie: 13 Prozent Minus trotz starker Zahlen

Trotz erneuter Prognoseanhebung und starkem Ethanolgeschäft leidet die Verbio-Aktie unter fallenden Ölpreisen.

Redaktion Stock-World ·
Börsenhändler auf lebhaftem Handelsboden (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • EBITDA-Prognose erneut angehoben
  • Ölpreisrückgang drückt Aktienkurs
  • Ethanolgeschäft wächst deutlich
  • Neue Chemieanlage als Zukunftsprojekt

Verbio liefert operativ — und der Markt schaut trotzdem woanders hin. Während der Biokraftstoffproduzent seine EBITDA-Prognose zum zweiten Mal anhebt, drückt ein fallender Ölpreis die Aktie auf 31,16 Euro. In den vergangenen 30 Tagen verlor das Papier rund 13 Prozent.

Ölpreis zieht die Stimmung nach unten

Der Auslöser ist geopolitisch. Ein US-iranisches Friedensabkommen schickte den Brent-Preis erstmals seit Monaten unter 80 US-Dollar. Das trifft Verbio direkt: Biokraftstoffe konkurrieren an der Zapfsäule mit fossilem Öl. Sinkt der Ölpreis, schrumpfen die relativen Margen für Biodiesel und Bioethanol.

Die Logik ist simpel. Steigt Öl, weiten sich Verbios Margen — gibt es Entspannungssignale, schrumpfen sie wieder. Kein Wunder, dass der Kurs in den vergangenen Wochen stark schwankte. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von über 72 Prozent gehört die Aktie zu den nervösesten Titeln im deutschen Mittelfeld.

Prognose angehoben, Zahlen stark

Das operative Bild erzählt eine andere Geschichte. Ende Mai hob Verbio die EBITDA-Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 zum zweiten Mal an. Der Vorstand erwartet nun 160 bis 180 Millionen Euro — zuvor lag die Spanne bei 100 bis 140 Millionen Euro.

Treiber ist das Ethanolgeschäft. In den ersten neun Monaten wuchs der Umsatz um rund 17 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Das Segment Bioethanol legte 35 Prozent zu, maßgeblich durch den Hochlauf der Anlage in Nevada. Das operative EBITDA vervielfachte sich von 22,4 auf 105,7 Millionen Euro.

Das Geschäftsjahr endet am 30. Juni. Die Nettofinanzverschuldung lag nach neun Monaten bereits bei 127 Millionen Euro — und damit unter dem Jahresziel von unter 140 Millionen Euro.

Chemie als zweites Standbein

Verbio baut aktiv an einer Antwort auf die Ölpreis-Abhängigkeit. In Bitterfeld entsteht für bis zu 100 Millionen Euro die weltweit erste großtechnische Ethenolyse-Anlage. Ab Herbst 2026 soll sie jährlich 32.000 Tonnen Methyl-9-decenoat und 17.000 Tonnen 1-Decen produzieren. Letzteres ist ein Schlüsselrohstoff für Hochleistungsschmierstoffe in Windkraftanlagen — ein Markt, der vom fossilen Ölpreis vollständig entkoppelt ist.

Regulatorisch läuft der Wind für Verbio ebenfalls günstig. Die EU-Richtlinie RED III zwingt Kraftstoffanbieter schrittweise zu höheren Biokraftstoffanteilen. Ab 2027 steigt die THG-Quote auf 14,5 Prozent. Hinzu kommt eine Vorratsaufwertung von unter 20 Millionen Euro bei THG-Quoten, die sich erst 2027 monetarisieren lassen.

Wer auf die nächsten Wochen schaut, wartet vor allem auf den Jahresabschluss Ende Juni — und darauf, ob der Ölpreis bis dahin wieder Rückenwind liefert oder weiter drückt.

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Verbio Aktie

26,16 EUR

– 1,42 EUR -5,15 %
KGV 27,36
KUV 0,85
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 1,70 Mrd. EUR
Ø Kursziel 47,50 EUR
ISIN: DE000A0JL9W6 WKN: A0JL9W

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