Verbio Aktie: EBITDA-Prognose auf 160 bis 180 Millionen Euro
Trotz gesunkener Ölpreise und Aktienverlusten hebt Verbio die EBITDA-Prognose an. Starke Ethanolmargen und regulatorische Änderungen stützen den Biokraftstoffhersteller.

Kurz zusammengefasst
- Rohölpreis auf Tiefstand seit März
- EBITDA-Prognose auf 180 Mio. Euro erhöht
- Aktie verliert 16 Prozent in 30 Tagen
- THG-Quote steigt ab 2027 auf 14,5 Prozent
Rohöl fällt, Verbio leidet — zumindest auf den ersten Blick. Berichte über abgesagte US-Angriffe auf den Iran haben die Ölpreise unter Druck gesetzt. Brent rutschte auf den tiefsten Stand seit März 2026. Für Biokraftstoff-Produzenten wie Verbio ist das ein direktes Margenproblem.
Günstiges Rohöl drückt die Rentabilität von Bioethanol und Biodiesel. Außerdem sinkt die Attraktivität von E10 an der Zapfsäule, wenn fossile Alternativen billiger werden. Die Verbio-Aktie notiert bei 31,68 Euro — auf Sicht von 30 Tagen ein Minus von über 16 Prozent. Seit Jahresbeginn steht trotzdem noch ein Plus von rund 42 Prozent.
Zweimal angehoben, trotzdem unter Druck
Das operative Bild erzählt eine andere Geschichte. Ende Mai hob Verbio die EBITDA-Prognose für das Geschäftsjahr 2025/2026 zum zweiten Mal an. Der Vorstand erwartet nun ein EBITDA zwischen 160 und 180 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die vorherige Spanne lag bei 100 bis 140 Millionen Euro.
Treiber ist ein starkes Ethanolmarktumfeld mit hohen Margen. Hinzu kommt eine Wertaufholung von unter 20 Millionen Euro bei Vorräten im Zusammenhang mit THG-Quoten. Diese Quoten können aufgrund einer politischen Entscheidung erst im THG-Quotenjahr 2027 eingesetzt werden.
Die Prognose bleibt als Spanne formuliert — das geopolitische Umfeld ist zu unruhig für mehr Präzision. Die Nettofinanzverschuldung soll bis Ende des Geschäftsjahres auf unter 140 Millionen Euro sinken, nach 164 Millionen Euro im Vorjahr.
Regulatorischer Rückenwind ab 2027
Ab 2026 entfällt die Doppelanrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe. Importzertifikate aus undurchsichtigen Lieferketten verlieren damit massiv an Wert. Inlandsproduzenten mit transparenten Lieferketten profitieren. Ab 2027 steigt die THG-Quote auf 14,5 Prozent — das dürfte den Absatz weiter ankurbeln.
Den Jahresfinanzbericht für das Geschäftsjahr bis Juni 2026 plant Verbio im September 2026 zu veröffentlichen. Dann wird sich zeigen, ob die angehobene Prognose hält — oder ob der Ölpreisrückgang tiefere Spuren hinterlässt als bisher erwartet.
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