Verve Group Aktie: CFO kündigt US-Listing an
Verve Group hält an der Jahresprognose fest, bereitet eine USD-Berichterstattung vor und sieht sich zugleich mit schwächerem organischem Wachstum konfrontiert.

Kurz zusammengefasst
- US-Listing und USD-Berichte werden vorbereitet
- Aktie nahe dem 52-Wochen-Tief
- Umsatz wächst um 43,5 Prozent
- First Berlin senkt Kursziel auf 4 Euro
Verve Group richtet den Blick nach vorn: Am 31. August nimmt das Unternehmen am Investorenevent des Equity Forum teil. Der Termin fällt in eine Phase, in der Anleger nach der Halbjahresbilanz vom vergangenen Donnerstag noch mit den Folgen ringen – der Kurs verlor seither weitere 3,9 Prozent auf 1,06 Euro und bewegt sich damit nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 1,04 Euro.
CFO kündigt USD-Berichterstattung an
Finanzvorstand Christian Duus erklärte, das Unternehmen bereite sich auf ein mögliches US-Listing vor. Die technische Umstellung auf IFRS- und USD-basierte Berichterstattung soll bis Januar 2027 abgeschlossen sein.
Ein solcher Schritt würde Verve Group näher an den US-Kapitalmarkt rücken, wo ein Großteil der Werbekunden aus den Bereichen Reise, Konsumgüter und Automobil angesiedelt ist – jene Branchen, die das Unternehmen selbst als Bremsklötze für das Wachstum im zweiten Quartal benannt hatte.
Die Ankündigung fügt sich in eine Reihe struktureller Veränderungen. Bereits Ende August hatte die schwedische Gesellschaftsregisterbehörde die Verlegung des Firmensitzes von Stockholm nach Dublin genehmigt, die Umsetzung ist für Anfang Oktober vorgesehen. Ein US-Listing wäre der nächste Baustein einer Internationalisierungsstrategie, die das Unternehmen unabhängiger von einzelnen Standorten und Regulierungsregimen machen soll.
Kapitalmarkt bleibt skeptisch
Investoren honorieren diese Weichenstellungen bislang nicht. Der Titel notiert 57 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2,48 Euro und liegt auch unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,38 Euro – ein Zeichen dafür, dass der jüngste Abwärtstrend noch nicht gebrochen ist.
Grund für die Verunsicherung sind vor allem die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen: Der Umsatz stieg zwar um 43,5 Prozent auf 152,3 Millionen Euro, das organische Wachstum blieb mit 6,5 Prozent jedoch hinter den eigenen Erwartungen zurück. Das bereinigte EBITDA legte lediglich um 2 Prozent auf 30,1 Millionen Euro zu.
Für zusätzliche Nervosität sorgt die Kombination aus schwächerem organischen Wachstum und makroökonomischem Gegenwind. Das Unternehmen nannte Zölle, hohe Ölpreise und eine zurückhaltendere Konsumnachfrage als Gründe für verzögerte Werbebudgets in den Sektoren Reise, Konsumgüter und Automobil.
Guidance bleibt trotz Gegenwind bestehen
Trotz der Verfehlung interner Erwartungen hält das Management an der Jahresprognose fest: Für 2026 werden weiterhin Umsätze zwischen 680 und 730 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 145 und 175 Millionen Euro angepeilt. Diese Bandbreite lässt dem Unternehmen Spielraum, sollte sich das Werbegeschäft im zweiten Halbjahr wieder beleben.
First Berlin Equity Research reagierte auf die Zahlen mit einer Anpassung: Analyst Ellis Acklin senkte am Freitag das Kursziel von 4,50 auf 4,00 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Buy“ – ein Hinweis darauf, dass trotz der kurzfristigen Wachstumsdelle die langfristige Einschätzung unverändert bleibt.
Für Anleger bündeln sich damit zwei Erzählstränge: strukturelle Fortschritte bei Sitzverlegung und geplantem US-Listing auf der einen Seite, ein von makroökonomischen Faktoren gebremstes operatives Geschäft auf der anderen. Ob der Investorentermin am heutigen Montag neue Impulse liefert, dürfte sich an der Reaktion auf Duus‘ Ausführungen zur US-Strategie zeigen.
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