Viking Therapeutics erlebt derzeit eine unruhige Phase. Auf der einen Seite bereitet sich das Biotech-Unternehmen mit einer wichtigen Personalie klar auf die Kommerzialisierung seines Adipositas-Medikaments vor. Auf der anderen Seite belasten umfangreiche Insiderverkäufe und der Preisdruck durch Novo Nordisk die Stimmung.
Neuer CCO für die Kommerzialisierung von VK2735
Am 7. Januar hat Viking Therapeutics die Ernennung von Neil Aubuchon zum Chief Commercial Officer (CCO) bekanntgegeben. Damit stellt sich das Unternehmen strategisch vom reinen Entwicklungsplayer hin zu einem künftigen Anbieter marktreifer Produkte auf.
Aubuchon bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Biopharma-Branche mit. Stationen waren unter anderem Amgen und Eli Lilly, zuletzt war er CCO bei AbCellera. Bei Viking soll er vor allem die Kommerzialisierungsstrategie für VK2735 verantworten, den führenden Kandidaten zur Behandlung von Adipositas.
VK2735 befindet sich in Phase-3-Studien (VANQUISH-1 und VANQUISH-2). Die Verpflichtung eines erfahrenen Launch-Spezialisten signalisiert, dass sich das Unternehmen aktiv auf einen möglichen Markteintritt seines GLP‑1/GIP-Dualagonisten vorbereitet.
Intensive Insiderverkäufe belasten die Stimmung
Gleichzeitig drückt eine Serie größerer Insiderverkäufe auf die Aktie. Am 7. Januar wurden mehrere umfangreiche Transaktionen aus dem Top-Management gemeldet.
Wesentliche Insider-Transaktionen der vergangenen Tage:
- CEO Brian Lian: Verkauf von 233.409 Aktien, Erlös rund 7,7 Mio. US‑Dollar
- CFO Greg Zante: Verkauf von 57.661 Aktien, rund 1,9 Mio. US‑Dollar
- COO Marianna Mancini: Verkauf von 57.661 Aktien, rund 1,9 Mio. US‑Dollar
In den letzten drei Monaten summieren sich die Insiderverkäufe auf fast 16 Mio. US‑Dollar. Solche Transaktionen können zwar im Rahmen vorab geplanter 10b5‑1‑Programme erfolgen, doch das Volumen und der Zeitpunkt – zusammen mit einem Kursrückgang von über 9 % zu Wochenbeginn – haben das Vertrauen mancher Anleger spürbar gedämpft.
Die Aktie notiert zuletzt bei etwa 32,38 US‑Dollar und damit klar unter den aktuellen Analystenkurszielen.
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Konkurrenzdruck durch Novo Nordisk
Zusätzlichen Druck erzeugt die Wettbewerbssituation im Adipositasmarkt. Novo Nordisk hat in den USA eine orale Version von Wegovy eingeführt – mit einem aggressiven Einstiegspreis von 149 US‑Dollar pro Monat.
Diese Preisstrategie zielt direkt auf die Margen von Wettbewerbern, die orale GLP‑1-Therapien entwickeln. Das VK2735-Programm von Viking umfasst sowohl subkutane als auch orale Formulierungen. Die von Novo Nordisk gesetzte niedrige Preisschwelle schürt Sorgen, welche Gewinnspannen Viking im Erfolgsfall überhaupt erreichen könnte. Dieses potenzielle „Preisrennen nach unten“ ist ein zentraler Treiber der aktuell eher skeptischen Stimmung gegenüber der Aktie.
Kennzahlen und Analystenerwartungen
Viking Therapeutics kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 3,66 Mrd. US‑Dollar. Auffällig ist der hohe Short-Interest von über 22 %. Ein erheblicher Teil des Marktes setzt damit auf weiter fallende Kurse.
Gleichzeitig klafft eine deutliche Lücke zwischen Börsenkurs und Analysteneinschätzungen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 87,14 US‑Dollar. Daraus ergibt sich rechnerisch ein hohes Aufwärtspotenzial, vorausgesetzt die klinischen Daten zu VK2735 bleiben überzeugend und die Kommerzialisierung verläuft wie geplant.
Wichtige nächste Termine
Kurzfristig rücken zwei Ereignisse in den Fokus, die den Kursverlauf maßgeblich beeinflussen können:
J.P. Morgan Healthcare Conference
Viking Therapeutics wird dort Pipeline-Updates präsentieren. Im Mittelpunkt dürften die Rolle des neuen CCO, Details zur Markteintrittsstrategie sowie der Umgang mit dem Preisdruck durch Novo Nordisk stehen.Quartalszahlen zum Q4
Für den 4. Februar sind die Ergebnisse zum vierten Quartal angekündigt. Erwartet werden insbesondere Aussagen zur Liquidität, zum Cash-Runway und zu den laufenden Ausgaben im Zusammenhang mit den Phase‑3‑Studien.
Damit steht die Aktie aktuell zwischen zwei Polen: dem langfristigen Potenzial der Adipositas-Pipeline und den unmittelbaren Belastungsfaktoren durch Insiderverkäufe, hohen Wettbewerb und ein deutlich erhöhtes Short-Interesse.
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