VINCORION: 18-19% EBIT-Marge für 2026 bestätigt

VINCORION konkretisiert Jahresprognose mit Umsatz bis 320 Mio. Euro und hoher Marge. Der Auftragsbestand von 1,1 Mrd. Euro untermauert die ambitionierten Ziele.

Dieter Jaworski ·
VINCORION Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Konzernumsatz bis 320 Mio. Euro erwartet
  • Bereinigte EBIT-Marge von 18 bis 19 Prozent
  • Auftragsbestand von rund 1,1 Milliarden Euro
  • Keine Kapitalerhöhung für neue Projekte geplant

Ein prall gefülltes Orderbuch und zweistellige Margen reichen am Aktienmarkt nicht immer für eine Spitzenbewertung. Der Rüstungszulieferer VINCORION notiert rund einen Monat nach seinem Börsengang mit einem deutlichen Abschlag zur Konkurrenz. Nun liefert das Wedeler Unternehmen erste handfeste Argumente, um diese Lücke zu schließen.

Mit einer Ad-hoc-Mitteilung vom 29. April konkretisierte der Vorstand die Ziele für das laufende Jahr. Das Management rechnet für 2026 mit einem Konzernumsatz von bis zu 320 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge soll dabei 18 bis 19 Prozent erreichen. Damit liefert das Unternehmen erstmals seit dem IPO eine klare doppelte Orientierungsgröße für Wachstum und Profitabilität.

Ein starkes erstes Quartal stützt diese Prognose. Laut Unternehmensangaben sorgten Hochlaufmaßnahmen und eine gleichmäßigere Verteilung der Aufträge für positive vorläufige Umsatzzahlen. Ein wichtiges Signal an den Kapitalmarkt ist dabei die Finanzierungsstrategie. VINCORION plant, anstehende mechatronische Projekte komplett ohne Kapitalerhöhungen oder neue Bankdarlehen zu stemmen.

Lukratives Nischengeschäft

Strukturell profitiert der Konzern von einem speziellen Geschäftsmodell. Das operative Herzstück bildet das margenstarke Aftermarket-Geschäft, bei dem veraltete Komponenten in bestehenden Militärsystemen modernisiert werden. Langfristige Serviceverträge sichern hier verlässliche Einnahmen. Der Auftragsbestand beläuft sich auf rund 1,1 Milliarden Euro. Das lastet die Produktionskapazitäten für knapp vier Jahre aus.

Ein Großteil dieser Nachfrage entfällt auf Energiesysteme für Luftabwehrplattformen wie PATRIOT. Dieses Segment wächst durch die steigenden europäischen Verteidigungsausgaben rasant. Den Rückenwind spürte das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr. Der Nettogewinn verdoppelte sich 2025 nahezu, während das operative Ergebnis deutlich kletterte.

Eigentümerstruktur und Bewertung

Auf der Aktionärsseite haben sich die Gewichte nach dem Börsendebüt verschoben. Die Greenshoe-Option ist abgelaufen, wodurch der Streubesitz auf knapp über 52 Prozent steigt. Der Anteil des Finanzinvestors STAR Capital sinkt im Gegenzug auf gut 48 Prozent. Dieser Block unterliegt noch bis Herbst einer Sperrfrist.

Trotz der soliden Fundamentaldaten bewertet der Markt die Aktie noch zurückhaltend. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 46 notiert das Papier sichtbar unter etablierten Branchengrößen. Wettbewerber wie RENK oder HENSOLDT weisen teilweise fast doppelt so hohe Bewertungsmultiplikatoren auf. Ein Teil dieses Abschlags erklärt sich durch die kurze Historie auf dem Parkett. Am 7. Mai veröffentlicht VINCORION den vollständigen Quartalsbericht samt Margen und Cashflow. Liefert das operative Tagesgeschäft dort die angekündigten Profitabilitätsnachweise, bietet die aktuelle Bewertung konkreten Spielraum nach oben.

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