VINCORION Aktie: Vom Randgeschäft zum Börsenstar

Der Rüstungszulieferer VINCORION startet mit einer Bewertung von 850 Millionen Euro an der Börse. Der Umsatz wuchs zuletzt stark, angetrieben durch hohe Nachfrage nach Verteidigungstechnik.

Kurz zusammengefasst:
  • Bewertung versechsfachte sich seit Verkauf 2022
  • Umsatz und Gewinn legten 2025 kräftig zu
  • Auftragsbestand sichert Produktion für Jahre
  • IPO ist reiner Verkauf durch Finanzinvestor

Morgen feiert VINCORION seine Erstnotiz an der Frankfurter Börse — und die Geschichte dahinter ist bemerkenswert. Was Jenoptik 2022 für rund 130 Millionen Euro loswerden wollte, wird nun mit 850 Millionen Euro bewertet. Das Sechsfache in weniger als vier Jahren.

Der Zeitpunkt des Eigentümerwechsels erwies sich als entscheidend. Als der britische Finanzinvestor Star Capital das Unternehmen übernahm, war der Ukraine-Krieg noch nicht ausgebrochen. Was danach folgte, trieb die Nachfrage nach Rüstungsgütern massiv in die Höhe — und VINCORION mittendrin. Zwischen 2023 und 2025 wuchs der Umsatz im Schnitt um 22 Prozent jährlich.

VINCORION

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Zahlen, die überzeugen

Die Finanzkennzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2025 untermauern den Ruf des Unternehmens. Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 240,3 Millionen Euro, das EBIT kletterte um 64 Prozent auf 33,7 Millionen Euro. Der Nettogewinn mehr als verdoppelte sich von 8,4 auf 19,4 Millionen Euro.

Besonders auffällig: Der Auftragsbestand lag zum Jahresende bei rund 1,1 Milliarden Euro — die Produktion ist damit für die nächsten vier Jahre praktisch ausgelastet. VINCORION beliefert unter anderem die Luftabwehrsysteme Patriot und IRIS-T sowie den Kampfpanzer Leopard 2.

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Star Capital füllt die Kasse — nicht VINCORION

Ein Detail sticht beim IPO heraus. Es handelt sich um einen reinen Sekundärverkauf: Dem Unternehmen fließt kein frisches Kapital zu. Bis zu 345 Millionen Euro gehen direkt an Star Capital. Nach dem Börsengang behält der Finanzinvestor knapp 60 Prozent der Anteile.

Der Ausgabepreis wurde auf 17,00 Euro je Aktie festgesetzt — ohne Preisspanne, wie es sonst bei Börsengängen üblich ist. Das Orderbuch soll laut Insidern rund zehnfach überzeichnet sein. Fidelity International, Invesco Asset Management und T. Rowe Price haben bereits Kaufzusagen über insgesamt 105 Millionen Euro abgegeben.

Die Erstnotiz am Freitag wird zeigen, ob der Kapitalmarkt die Bewertung von 850 Millionen Euro trägt — und wie belastbar das Interesse an europäischen Rüstungswerten jenseits der großen Namen tatsächlich ist.

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