Virgin Galactic Aktie: 750.000 Dollar pro Ticket
Virgin Galactic verlegt den ersten Flug des neuen Raumschiffs auf Februar 2027, meldet hohe Ticketnachfrage und erwartet zunächst hohe Mittelabflüsse.

Kurz zusammengefasst
- Erster Delta-Flug für Februar 2027 erwartet
- Tickettranche über 750.000 US-Dollar überzeichnet
- Mehr als 50 Millionen US-Dollar künftige Einnahmen
- Morgan Stanley senkt Kursziel auf 2,00 US-Dollar
Das US-Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic hat den Zeitplan für den Start seines kommerziellen Flugbetriebs der nächsten Generation angepasst. Der erste Einsatz eines neuen Raumschiffs wird nun für Februar 2027 erwartet, nachdem das Management zuvor das vierte Quartal 2026 angepeilt hatte.
Trotz dieser zeitlichen Verschiebung zeigt sich eine robuste Nachfrage im Luxussegment der privaten Raumfahrt, was sich bereits in den Auftragsbüchern niederschlägt. Die Aktie notiert heute mit einem Plus von 1,7 % bei 2,94 USD.
Technische Anpassungen verzögern Delta-Start
Die Verschiebung des ersten kommerziellen Fluges auf Februar 2027 begründet das Unternehmen mit der notwendigen Zeit für die Installation von Avionik und weiteren Systemen. Virgin Galactic plant, die Flugtestphase mit dem ersten Fahrzeug im Oktober zu beginnen. Um die Kapazitäten im kommenden Jahr zügig zu steigern, soll bereits im März 2027 ein zweites Raumschiff die Flotte ergänzen.
Ziel dieser Expansionsstrategie ist es, innerhalb des Geschäftsjahres 2027 einen positiven vierteljährlichen Cashflow zu generieren. Die neuen Schiffstypen gelten als entscheidender Faktor, um die Frequenz der Flüge zu erhöhen und damit die Profitabilitätsschwelle zu erreichen. Dennoch bleibt die kurzfristige Finanzplanung von hohen Ausgaben für die Entwicklung und den Flottenausbau geprägt.
Umsatzpotenzial durch überzeichnete Ticket-Tranchen
Während die technische Umsetzung mehr Zeit beansprucht, signalisieren die Vertriebszahlen ein hohes Interesse. Eine jüngst angebotene Tranche für Weltraumexpeditionen zum Preis von 750.000 US-Dollar pro Ticket war laut Unternehmensangaben vorzeitig überzeichnet.
Diese Buchungen fügen den zukünftigen Einnahmen aus Raumflügen bereits jetzt mehr als 50 Millionen US-Dollar hinzu. Für den kommenden Herbst plant das Unternehmen die Veröffentlichung einer weiteren Ticket-Tranche, die zu noch höheren Preispunkten angeboten werden soll.
Für die nähere finanzielle Zukunft hat das Management am 12. August konkrete Prognosen abgegeben. Für das dritte Quartal 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von etwa 400.000 US-Dollar und einem negativen freien Cashflow zwischen 95 Millionen und 100 Millionen US-Dollar.
Im vierten Quartal soll sich der negative freie Cashflow leicht auf Werte zwischen 80 Millionen und 90 Millionen US-Dollar verbessern. Das zweite Quartal 2026 wurde zum 30. Juni abgeschlossen.
Rechtliche Entlastung und Analysten-Votum
Parallel zur operativen Entwicklung konnte Virgin Galactic eine juristische Belastung abschließen. Wie aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht hervorgeht, hat ein US-Bezirksgericht am 18. August die endgültige Genehmigung für einen Vergleich zur Beilegung mehrerer Aktionärsklagen erteilt.
Die Versicherer des Unternehmens leisten eine Zahlung von insgesamt 2,75 Millionen US-Dollar. Davon verbleibt die Hälfte bei Virgin Galactic, während die andere Hälfte für Anwaltskosten der Kläger aufgewendet wird. Der Vergleich beinhaltet ausdrücklich keine Feststellung eines Fehlverhaltens der Gesellschaft oder ihrer Führungskräfte.
Auf der Analystenseite herrscht unterdessen weiterhin Zurückhaltung. Die Experten von Morgan Stanley haben am 17. August ihr Kursziel für die Aktie von 2,05 US-Dollar auf 2,00 US-Dollar gesenkt. Das Papier weist derzeit eine hohe Volatilität auf, notiert jedoch mit einem Abstand von 38 % deutlich über seinem 52-Wochen-Tief von 2,13 USD. Anleger beobachten nun genau, ob die für Oktober angekündigten Testflüge plangemäß durchgeführt werden können.
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