Virgin Galactic Aktie: Gericht genehmigt 2,75-Millionen-Vergleich

Virgin Galactic beendet Aktionärsstreit mit Vergleich und verschiebt kommerzielle Flüge auf Februar 2027. Die Ticketnachfrage bleibt trotzdem hoch.

Dr. Robert Sasse ·
Virgin Galactic Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktienkurs steigt um 1,9 Prozent
  • Gerichtlicher Vergleich über 2,75 Millionen USD
  • Kommerzielle Flüge starten im Februar 2027
  • 675 Ticketreservierungen sichern 188 Millionen USD

Am gestrigen Dienstag verzeichnete die Aktie von Virgin Galactic einen Kursanstieg von 1,9 Prozent und ging mit einem Stand von 3,19 USD aus dem Handel.

Die leichte Erholung erfolgt vor dem Hintergrund wichtiger juristischer Fortschritte: Das US-Bezirksgericht für den östlichen Distrikt von New York hat eine endgültige Entscheidung getroffen, um langwierige Aktionärsstreitigkeiten beizulegen. Damit schließt das Unternehmen ein belastendes Kapitel seiner jüngeren Rechtsgeschichte ab.

Vergleich in Aktionärsderivatklagen genehmigt

Die gerichtliche Genehmigung für den Vergleich in zwei sogenannten Aktionärsderivatklagen wurde bereits am 14. August erteilt. In den Verfahren, die unter den Aktenzeichen 1:22-cv-00933 und 1:22-cv-7551 geführt wurden, ging es primär um Vorwürfe im Zusammenhang mit der Sicherheit der Raumfahrzeuge. Im Rahmen der nun bestätigten Einigung zahlen die Versicherer des Unternehmens eine Summe von insgesamt 2,75 Millionen USD.

Von diesem Betrag verbleibt die Hälfte direkt bei Virgin Galactic, während die andere Hälfte zur Begleichung der Anwaltskosten der Klägerseite verwendet wird.

Von zentraler Bedeutung für die Reputation des Unternehmens ist der Umstand, dass das Gericht keinerlei Fehlverhalten der Firma oder ihrer verantwortlichen Organe feststellte. Diese Klärung nimmt erheblichen rechtlichen Druck von der Konzernführung und ermöglicht eine stärkere Konzentration auf das operative Geschäft.

Operative Verzögerungen und neue Meilensteine

Trotz der juristischen Entlastung sieht sich das Management weiterhin mit technischen Herausforderungen konfrontiert. CEO Michael Colglazier informierte unlängst darüber, dass der Zeitplan für den Beginn kommerzieller Weltraumflüge angepasst werden musste.

Aufgrund verschiedener Probleme bei der Montage der Fluggeräte wurde der Start des regulären Passagierbetriebs auf Februar 2027 verschoben. Ursprünglich waren frühere Termine ins Auge gefasst worden, doch die Priorisierung der technischen Integrität macht die Verzögerung unumgänglich.

Ein entscheidender Schritt zur Vorbereitung dieser Missionen bleibt der Testflug der neuen Delta-Klasse, der weiterhin für das dritte Quartal des laufenden Jahres geplant ist.

Das Interesse potenzieller Weltraumtouristen scheint von den zeitlichen Verschiebungen unberührt: Die aktuelle Tranche an Tickets, die für einen Preis von jeweils 750.000 USD angeboten wurde, ist bereits ausverkauft. Insgesamt liegen dem Unternehmen 675 Reservierungen vor, was einem erwarteten Umsatzvolumen von rund 188 Millionen USD entspricht.

Finanzielle Stabilität und Markteinschätzung

Finanziell ist das Unternehmen für die kommende Entwicklungsphase solide ausgestattet. Zum Ende des zweiten Quartals 2026 verfügte Virgin Galactic über Barmittel in Höhe von 286 Millionen USD. Diese Position wurde unter anderem durch die Aufnahme von 134 Millionen USD an frischem Kapital im selben Zeitraum gestärkt. Diese Reserven sind essenziell, um die Phase bis zum ersten kommerziellen Flug im Jahr 2027 zu überbrücken.

An der Börse wird die Entwicklung dennoch mit Vorsicht beobachtet. Mit dem gestrigen Schlusskurs notiert das Papier zwar 6,9 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 2,98 USD, doch der Weg zu früheren Höchstständen bleibt weit.

Vom 52-Wochen-Hoch, das am 1. Juni 2026 bei 8,90 USD markiert wurde, ist die Aktie derzeit noch 64 Prozent entfernt. Analysten weisen zudem darauf hin, dass das Erreichen der Gewinnschwelle maßgeblich von der fehlerfreien Einführung der Delta-Klasse im nächsten Jahr abhängt.

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