Visa Aktie: Sparkurs nach Rekordquartal
Visa übertrifft Analystenerwartungen im dritten Quartal deutlich, kündigt aber den Abbau von 2.600 Stellen an. Der Konzern investiert parallel in Aktienrückkäufe.

Kurz zusammengefasst
- Gewinn und Umsatz über Prognosen
- Stellenabbau von 2.600 Jobs geplant
- KI treibt interne Transformation voran
- Milliardenschwere Kapitalrückgaben an Aktionäre
Visa hat im dritten Geschäftsquartal mehr verdient und umgesetzt als von Analysten erwartet — und kündigt trotzdem einen deutlichen Stellenabbau an. Rund 2.600 Jobs, etwa sieben Prozent der Belegschaft, sollen wegfallen, vor allem in Technologie- und Produktteams. Die Kombination aus starken Zahlen und Sparprogramm sorgte zunächst für eine gedämpfte Reaktion der Aktie.
Wachstum in nahezu allen Kennzahlen
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,32 Dollar, der Umsatz stieg auf 11,6 Milliarden Dollar — beides über den Analystenschätzungen von 3,22 Dollar und 11,38 Milliarden Dollar. Das Zahlungsvolumen legte um zehn Prozent zu, das grenzüberschreitende Geschäft sogar um 13 Prozent. Insgesamt verarbeitete Visa 71,7 Milliarden Transaktionen, ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Besonders kräftig wuchs die Datenverarbeitung: Die entsprechende Erlösposition kletterte um 17 Prozent auf 6,0 Milliarden Dollar. Auch das Servicegeschäft und die internationalen Transaktionserlöse legten zweistellig beziehungsweise moderat zu. Die operativen Kosten stiegen im gleichen Zeitraum um 19 Prozent — getrieben von höheren Personalkosten, Abfindungszahlungen in Höhe von 563 Millionen Dollar und einer Rückstellung von 237 Millionen Dollar für ein laufendes Kartellverfahren rund um Interchange-Gebühren.
Effizienzprogramm statt Warnsignal
CEO Ryan McInerney bezeichnete den Stellenabbau als Effizienzmaßnahme, mit der Kapital in wachstumsstärkere Bereiche umgeleitet werden soll. Künstliche Intelligenz spiele dabei eine zentrale Rolle bei der Transformation des Konzerns. Der Markt wertete die Ankündigung zunächst als Belastung — die Aktie gab im vorbörslichen US-Handel leicht nach, konnte die Verluste im europäischen Handel am Mittwoch aber bereits wieder ausgleichen.
Wolfe Research sieht die operative Dynamik trotz geopolitischer Unsicherheiten intakt und rechnet weiterhin mit zweistelligem Umsatzwachstum für Visa im kommenden Jahr. Das Analysehaus verwies auf robuste Ausgabetrends bis in den Juli hinein, ungeachtet der Spannungen um Iran.
Parallel zu den Investitionen in die eigene Kostenstruktur bleibt Visa spendabel gegenüber Aktionären. Im abgelaufenen Quartal flossen 6,2 Milliarden Dollar über Aktienrückkäufe und Dividenden zurück an die Anteilseigner — ein Signal, dass der Konzern trotz Umbaukosten genügend Substanz für Kapitalrückgaben sieht.
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