Voestalpine: 10.000 Stellen in zwei Jahren abgebaut

Die österreichische Metallbranche kämpft mit schrumpfenden Aufträgen, steigenden Kosten und einem drohenden Steueranstieg. Voestalpine spürt den Gegenwind.

Redaktion Stock-World ·
Voestalpine Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • 14.000 Stellen in zwei Jahren gestrichen
  • Einkaufsmanagerindex fällt auf 51,2 Punkte
  • Kosten für Energie und Rohstoffe steigen rasant
  • 60 Prozent der Betriebe planen Auslandsinvestitionen

Auf dem Kurszettel glänzt die Voestalpine-Aktie auf Jahressicht noch mit einem massiven Plus. In den Werkshallen der österreichischen Metallindustrie zeichnet sich derweil ein völlig anderes Bild ab. Nach schweren Einbrüchen in den Vorjahren erstickt eine leichte Erholung bereits wieder im Keim. Der strukturelle Druck auf den gesamten Sektor wächst spürbar.

Schrumpfende Auftragsbücher und Stellenabbau

Die anhaltende Schwäche hinterlässt tiefe Spuren in der Belegschaft. Innerhalb von zwei Jahren hat die heimische Branche rund 14.000 Arbeitsplätze abgebaut, darunter ein großer Anteil im Bereich der Leiharbeit.

Parallel dazu trübt sich die Stimmung weiter ein. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel im April auf 51,2 Punkte. Erstmals seit drei Monaten weisen die Produktion und die Auftragseingänge wieder nach unten.

Steigende Kosten treffen auf höhere Steuern

Ein wesentlicher Treiber der Misere sind die rasant steigenden Inputkosten. Energie, Rohstoffe und Transport verteuerten sich zuletzt so stark wie seit Herbst 2022 nicht mehr. Gestörte Lieferketten durch geopolitische Konflikte im Nahen Osten verschärfen die Materialbeschaffung für die Konzerne zusätzlich.

Auf politischer Ebene droht weiteres Ungemach. Um eine geplante Senkung der Lohnnebenkosten zu finanzieren, sieht die Regierung eine Erhöhung der Körperschaftsteuer vor. Unternehmen mit Gewinnen über einer Million Euro sollen künftig 24 Prozent abführen. Industrievertreter warnen vor einem massiven Verlust der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.

Flucht ins Ausland

Am Kapitalmarkt hinterlässt das trübe Umfeld allmählich Spuren. Die Voestalpine-Aktie gab in den vergangenen Tagen nach und pendelte sich bei rund 41 Euro ein. Ein extrem niedriger RSI-Wert von 19 signalisiert aktuell eine kurzfristig stark überverkaufte Situation.

Ein Blick auf die Exportmärkte erklärt die fundamentale Nervosität. Während das wichtige US-Geschäft der Branche massiv einbricht, kann das leichte Wachstum in China die Ausfälle nicht kompensieren. Die Konsequenz der Unternehmen fällt drastisch aus: Sechzig Prozent der österreichischen Metallbetriebe planen mittlerweile einen verstärkten Beschäftigungsaufbau im Ausland.

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Voestalpine Aktie

45,08 EUR

+ 0,28 EUR +0,63 %
KGV 15,09
KUV 0,51
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 1,62 %
Marktkapitalisierung 7,98 Mrd. EUR
Ø Kursziel 52,08 EUR
ISIN: AT0000937503 WKN: 897200

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