Voestalpine Aktie: 1 Milliarde Aerospace-Auftrag bis 2031

Voestalpine präsentiert Jahreszahlen am 3. Juni. Analysten fokussieren auf EBITDA-Prognose, Zollbelastung und Dividendenausblick.

Redaktion Stock-World ·
Nahaufnahme eines hochpräzisen Luft- und Raumfahrtbauteils, das in einer modernen Fertigungsanlage hergestellt wird. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Jahresbericht am 3. Juni erwartet
  • EBITDA-Zielspanne im Fokus
  • US-Zölle belasten Ergebnis
  • Greentec-Stahl-Projekt schreitet voran

Voestalpine geht mit viel Vorschussvertrauen in den Jahresbericht. Die Aktie schloss am Montag bei 46,14 Euro, liegt über zwölf Monate aber noch 102,19 Prozent im Plus. Am 3. Juni muss der Stahlkonzern nun liefern.

Der Kursrückgang der vergangenen Tage wirkt deshalb nicht wie ein normaler Wackler. Er trifft eine Aktie, die weit gelaufen ist. Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,49 Prozent, seit Jahresanfang bleibt ein Plus von 19,35 Prozent.

Zahlen müssen die Rally stützen

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie belastbar der Gewinntrend wirklich ist. In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26 steigerte Voestalpine das EBITDA um 7,2 Prozent auf 1 Milliarde Euro. Der Umsatz sank leicht auf 11,1 Milliarden Euro.

Das ist kein perfektes Bild. Mehr Ergebnis bei weniger Umsatz spricht für bessere Margen und Disziplin. Es zeigt aber auch, dass der Konzern nicht in allen Märkten von breiter Nachfrage getragen wird.

Der Gewinn vor Steuern stieg um 46,5 Prozent auf 372 Millionen Euro. Die Jahresprognose blieb bei einem EBITDA zwischen 1,4 und 1,55 Milliarden Euro. Genau daran wird der Bericht gemessen.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die US-Handelspolitik. Das Management bezifferte den direkten Ergebniseffekt durch Stahl- und Aluminiumzölle auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Das kann auch die Dividende beeinflussen.

Greentec Steel wird zum Schlüsselprojekt

Neben den Zahlen zählt der Fortschritt beim Umbau der Produktion. In Linz hat Voestalpine im April den Rohbau der neuen Halle für den Elektrolichtbogenofen fertiggestellt. Das Projekt gehört zum 1,5-Milliarden-Euro-Programm „greentec steel“.

Auf dem Werksgelände laufen mehr als 20 Teilprojekte parallel. Täglich arbeiten rund 750 Menschen daran, in Spitzenphasen sollen es mehr als 1.200 werden. Das zeigt die Größe des Umbaus.

Ab Februar 2027 soll der erste Elektrolichtbogenofen in Linz starten. Ein zweiter folgt in Donawitz. Beide Anlagen sollen jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen CO₂-reduzierten Stahl erzeugen.

Das Ziel ist klar: Die Konzern-Emissionen sollen bis 2029 um rund 30 Prozent sinken. Für Voestalpine ist das mehr als ein Klimaprojekt. Es entscheidet mit darüber, wie wettbewerbsfähig der Konzern in Europa bleibt.

Aerospace und Bahn stabilisieren das Bild

Voestalpine baut parallel das Geschäft mit höherwertigen Produkten aus. Ein Aerospace-Auftrag über rund 1 Milliarde Euro läuft über fünf Jahre. Es ist das größte Luftfahrt-Auftragsvolumen in der Geschichte des Konzerns.

Airbus bezieht dabei Nickelbasislegierungen und Schmiedeteile für Triebwerke und Fahrwerke. Die Auslastung der betroffenen Standorte ist damit bis 2031 gesichert. Für die HPM-Division ist das ein wichtiger Anker.

Auch die Bahntechnik liefert Planbarkeit. Im März meldete Voestalpine Aufträge von Deutsche Bahn und Schweizerischen Bundesbahnen über insgesamt 500 Millionen Euro. Es geht um Schienen, Weichen und Signaltechnik.

Die Bilanz wirkt robuster als noch vor einem Jahr. Die Nettoverschuldung sank in den ersten neun Monaten auf 1,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 27,4 Prozent.

Das Eigenkapital stieg auf 7,6 Milliarden Euro. Die Gearing Ratio verbesserte sich auf 18,7 Prozent. Trotz hoher Investitionen bleibt der finanzielle Spielraum damit intakt.

Brüssel liefert Rückenwind

Regulatorisch spielt Voestalpine die EU-Politik in die Karten. Seit Januar greift der Kohlenstoffgrenzmechanismus CBAM vollständig. Er verteuert Importe aus Regionen mit niedrigeren Umweltstandards um geschätzt 40 bis 70 Euro je Tonne.

Ab Juli verschärft die EU die Regeln erneut. Importquoten sollen halbiert werden, Zölle auf außerquotierte Einfuhren steigen. Für emissionsärmere europäische Produzenten kann das ein struktureller Vorteil sein.

Die Aktie ist technisch aber nicht mehr billig zu haben. Sie notiert 7,64 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und 20,88 Prozent über der 200-Tage-Linie. Der RSI von 71,7 signalisiert eine angespannte Lage.

Am 3. Juni zählen daher zwei Punkte besonders: die Bestätigung der EBITDA-Spanne und der konkrete Ausblick auf Ausschüttung und Zollbelastung. Gelingt beides überzeugend, bekommt die Rally ein Fundament. Fallen die Details schwächer aus, dürfte der Markt nach dem starken Lauf genauer hinsehen.

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Voestalpine Aktie

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