Voestalpine Aktie: 470-Millionen-Auftrag für Rail Baltica
Voestalpine verzeichnet deutlichen Ergebnisanstieg im ersten Quartal, getragen vom Verkaufserlös der Sparte Böhler Profil. Der Konzern bestätigt seine Jahresprognose.

Kurz zusammengefasst
- EBITDA steigt auf 495 Millionen Euro
- Sondereffekt aus Böhler-Profil-Verkauf
- Jahresprognose für 2026/27 bestätigt
- Aktie trotz Tagesminus im Jahresplus
Der Stahlkonzern Voestalpine hat sein Geschäftsjahr 2026/27 mit einem kräftigen Ergebnissprung begonnen. Im ersten Quartal bis Ende Juni kletterte das EBITDA auf 495 Millionen Euro, nach 361 Millionen im Vorjahresquartal. Ein gutes Drittel dieses Zuwachses geht auf einen Einmaleffekt von rund 100 Millionen Euro aus dem Verkauf von Böhler Profil zurück. Der Umsatz stieg auf 4 Milliarden Euro, ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber 3,9 Milliarden im Vergleichsquartal.
Sondereffekt aus Böhler-Profil-Verkauf treibt Ergebnis
Unter dem Strich verdiente Voestalpine deutlich mehr als vor einem Jahr. Das EBIT sprang um 78,8 Prozent auf 307 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern kletterte auf 279 Millionen nach 139 Millionen im Vorjahresquartal. Das Nachsteuerergebnis erreichte 196 Millionen Euro, ein Plus von 84,6 Prozent gegenüber 106 Millionen im Vorjahr. Ohne den Sondereffekt aus dem Böhler-Profil-Verkauf wäre der operative Zuwachs deutlich moderater ausgefallen – die Zahlen zeigen aber auch eine solide Basisentwicklung im laufenden Geschäft.
Der freie Cashflow lag bei 224 Millionen Euro, darin enthalten 150 Millionen Euro aus dem Verkauf der Sparte. Die Nettofinanzverschuldung sank binnen Jahresfrist um 28,7 Prozent auf rund 1 Milliarde Euro, das Gearing liegt bei 12,9 Prozent. Voestalpine hat damit trotz laufender Investitionsprogramme seine Bilanz weiter entlastet. Die Mitarbeiterzahl ging leicht auf 48.640 zurück, ein Minus von 1,8 Prozent.
Prognose bestätigt, Rail-Baltica-Auftrag stützt Auftragsbuch
Für das Gesamtjahr 2026/27 bestätigte der Konzern seine EBITDA-Prognose von 1,60 bis 1,85 Milliarden Euro. Auftragsseitig verweist Voestalpine auf einen Großauftrag für das Bahnprojekt Rail Baltica mit einem Volumen von 470 Millionen Euro, der die Sichtbarkeit im Schienengeschäft für die kommenden Jahre erhöht. Parallel treibt der Konzern den Umbau der Stahlproduktion voran: Im Rahmen des Programms greentec steel sollen Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz ab der ersten Jahreshälfte 2027 den Betrieb aufnehmen, verbunden mit einer Erweiterung in Donawitz mit einem Investitionsvolumen von 100 Millionen Euro.
Auch außerhalb Europas expandiert Voestalpine. In Jeffersonville im US-Bundesstaat Indiana fließen 70 Millionen Euro in den Standort, im kanadischen Thorold in der Provinz Ontario entstehen 30 neue Arbeitsplätze. Diese Investitionen in Nordamerika sollen die geografische Diversifikation des Konzerns stärken, während in Österreich der Ökologisierungsprozess der Stahlerzeugung weiterläuft.
Aktie gibt Kursgewinne nach den Zahlen wieder ab
Am Markt fiel die erste Reaktion auf die Quartalszahlen deutlich positiv aus, die Aktie legte im Verlauf des Handelstages zunächst spürbar zu. Im weiteren Handelsverlauf drehte die Stimmung jedoch: Aktuell notiert das Papier bei 46,26 Euro und verliert im heutigen Handel 3,22 Prozent, nachdem es am Vortag noch bei 47,80 Euro geschlossen hatte. Die Volatilität der vergangenen Wochen bleibt damit hoch.
Trotz des heutigen Rückschlags bleibt die Jahresbilanz für Anleger beeindruckend: Seit Jahresbeginn steht bei Voestalpine ein Kursplus von 22,51 Prozent, das Papier notiert damit weiterhin deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Zum 52-Wochen-Hoch von 49,22 Euro, erreicht Ende Februar, fehlen aktuell rund 6 Prozent. Die Kombination aus einem soliden operativen Geschäft, dem Rail-Baltica-Auftrag und der bestätigten Jahresprognose liefert dem Konzern damit trotz der tagesaktuellen Kursschwäche eine intakte fundamentale Basis für das laufende Geschäftsjahr.
Voestalpine-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Voestalpine-Analyse vom 5. August liefert die Antwort:
Die neusten Voestalpine-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Voestalpine-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Voestalpine: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...