Voestalpine Aktie: 59 Prozent EBIT-Sprung auf 724 Millionen
Voestalpine verdoppelt den Gewinn und senkt die Schulden deutlich. Der Aktienkurs fällt dennoch, während Analysten weiteres Potenzial sehen.

Kurz zusammengefasst
- Gewinnsprung um fast 138 Prozent
- Schuldenabbau um ein Viertel
- Grünstahl-Projekt schreitet voran
- Kursziel auf 60 Euro angehoben
Gewinn fast verdoppelt, Schulden deutlich abgebaut — und trotzdem fiel die Voestalpine-Aktie am Freitag um 4,5 Prozent auf 46,70 Euro. Der österreichische Stahlkonzern lieferte starke Jahreszahlen, doch der Markt reagierte zunächst mit Zurückhaltung.
Ergebnis zieht kräftig an
Das Geschäftsjahr 2025/26, das am 31. März endete, verlief für Voestalpine besser als erwartet. Das EBIT kletterte um 59 Prozent auf 724 Millionen Euro. Das Konzernergebnis nach Steuern legte noch deutlicher zu: fast 138 Prozent auf 424 Millionen Euro. Der Umsatz ging dabei leicht auf 15,1 Milliarden Euro zurück — das Wachstum kam also aus der Marge, nicht aus dem Volumen.
Besonders auffällig: die Bilanzstärkung. Die Nettofinanzverschuldung sank um knapp ein Viertel auf 1,3 Milliarden Euro, die Gearing Ratio fiel auf 16,2 Prozent. Der Free Cashflow von 537 Millionen Euro zeigt, dass die Entschuldung kein buchhalterischer Effekt ist, sondern operativ verdient wurde.
Grüner Stahl auf der Zielgeraden
Parallel zur Ergebnisverbesserung treibt Voestalpine das Transformationsprojekt „greentec steel“ voran. Rund 60 Prozent des Gesamtinvestitionsvolumens von 1,5 Milliarden Euro sind bereits abgeflossen. Die neuen Elektrolichtbogenöfen an den Standorten Linz und Donawitz sollen in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 in Betrieb gehen — und bis 2029 bis zu 30 Prozent der CO2-Emissionen einsparen.
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Der Aufsichtsrat sorgte zeitgleich für personelle Kontinuität: Die Mandate von Finanzvorstand Gerald Mayer sowie der Divisionsleitungen Carola Richter und Reinhard Nöbauer wurden zum 1. April 2027 verlängert.
Markt und Ausblick
Trotz der positiven Zahlen verlor die Aktie am Freitag spürbar. Auf Jahressicht bleibt das Bild allerdings eindrucksvoll: Seit dem 52-Wochen-Tief bei 22,20 Euro hat sich der Kurs mehr als verdoppelt, der YTD-Gewinn liegt bei über 20 Prozent.
Die Deutsche Bank Research erhöhte ihr Kursziel am 4. Juni von 57 auf 60 Euro und verwies auf das solide vierte Quartal sowie den starken Free Cashflow. Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 peilt Voestalpine ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro an — ein Zielkorridor, der weiteres Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau impliziert.
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