Voestalpine Aktie: 84,6 Prozent Gewinnplus
Voestalpine überzeugt mit Rekordauftrag für Rail Baltica und kräftigem Gewinnplus. Analysten erhöhen Kursziel deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Größter Auftrag der Firmengeschichte
- Nettoergebnis steigt um 84,6 Prozent
- Schuldenabbau auf eine Milliarde Euro
- Erste Group hebt Kursziel an
Der österreichische Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine ist mit einem deutlichen Gewinnplus und einem historischen Auftragserfolg in das neue Geschäftsjahr 2026/27 gestartet. Neben einem massiven Sprung beim Nettoergebnis im ersten Quartal sicherte sich das Unternehmen den bislang größten Einzelauftrag seiner Firmengeschichte. Dieser umfasst die Lieferung von Infrastrukturkomponenten für das europäische Großprojekt „Rail Baltica“.
Rekordauftrag und starke Quartalsbilanz
Am vergangenen Mittwoch gab die Voestalpine AG bekannt, dass sie den Zuschlag für ein Infrastrukturprojekt im Wert von 470 Millionen Euro erhalten hat. Der Konzern wird Weichensysteme und Schienenkomponenten für die europäische Hochleistungsstrecke „Rail Baltica“ liefern. Dieser Auftrag markiert einen Meilenstein in der Sparte Metal Engineering und unterstreicht die starke Position des Unternehmens im Bereich der Bahninfrastruktur.
Parallel dazu präsentierte der Konzern für das erste Quartal, das am 30. Juni endete, ein signifikant verbessertes Zahlenwerk. Der Umsatz stieg leicht auf 4,0 Milliarden Euro, während das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) auf 495 Millionen Euro kletterte, nach 361 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis nach Steuern verzeichnete einen Zuwachs um 84,6 Prozent auf 196 Millionen Euro. Positiv beeinflusst wurde diese Entwicklung unter anderem durch einen Einmaleffekt in Höhe von rund 100 Millionen Euro aus dem Verkauf der Tochtergesellschaft voestalpine BÖHLER Profil.
Finanzielle Stabilität und Expansion in Nordamerika
Die Bilanzstruktur des Konzerns hat sich im Zuge der positiven Geschäftsentwicklung weiter gefestigt. Die Nettofinanzverschuldung konnte zum Stichtag Ende Juni auf 1,0 Milliarden Euro reduziert werden, verglichen mit 1,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Damit verbesserte sich der Verschuldungsgrad, die sogenannte Gearing Ratio, deutlich auf 12,9 Prozent.
Trotz der Herausforderungen im europäischen Automobilmarkt und im Energiesektor investiert Voestalpine weiter in das internationale Wachstum. Das Unternehmen kündigte den Ausbau seiner Produktionskapazitäten in Nordamerika an. Dazu gehört eine Erweiterung des Standorts in Indiana für 70 Millionen US-Dollar sowie der Aufbau eines neuen Werks für Eisenbahnkomponenten in der kanadischen Provinz Ontario. Reorganisationsmaßnahmen in den Divisionen High Performance Metals und Metal Forming führten unterdessen zu einem leichten Rückgang der weltweiten Belegschaft auf 48.640 Vollzeitäquivalente.
Analysten heben Kursziel deutlich an
Die Reaktion am Kapitalmarkt auf die jüngsten Entwicklungen fiel positiv aus. Am Freitag reagierten die Analysten der Erste Group auf das starke Quartalsergebnis und den verbesserten Ausblick für die Stahlsparte. Das Haus hob die Einstufung für das Papier von „hold“ auf „accumulate“ an und steigerte das Kursziel von 39,50 Euro auf 55,30 Euro. Der Vorstand der Voestalpine AG bestätigte zudem die Prognose für das Gesamtjahr und erwartet ein EBITDA in einer Spanne zwischen 1,60 Milliarden Euro und 1,85 Milliarden Euro.
Die Aktie notiert am heutigen Montag bei 46,28 Euro, was einem leichten Rückgang von 0,60 Prozent entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Schwankung zeigt der langfristige Trend nach oben: Das Papier notiert aktuell 10,91 Prozent über seinem Durchschnitt der vergangenen 200 Tage. Weitere Einblicke in die Geschäftsentwicklung werden für den 11. November erwartet, wenn der Konzern den Bericht zum ersten Halbjahr vorlegt.
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