Voestalpine Aktie: 86 Prozent Jahresrendite

Voestalpine profitiert von EU-Handelsbarrieren und verbesserter Bilanz. Der Aktienkurs legt kräftig zu, während der Konzern in grüne Technologien investiert.

Andreas Sommer ·
Voestalpine Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kursplus von 86 Prozent binnen Jahresfrist
  • EU-Grenzausgleich verteuert Importstahl
  • Nettoverschuldung um 27 Prozent gesunken
  • Aufstieg in den ATX five Elite-Index

Ein Kursplus von rund 86 Prozent auf Jahressicht spricht eine klare Sprache. Voestalpine gehört derzeit zu den stärksten Werten am österreichischen Aktienmarkt. Der Stahlkonzern profitiert von einer Mischung aus politischem Rückenwind und sinkenden Schulden.

Am Freitag schloss das Papier bei 45,32 Euro. Damit notiert die Aktie komfortabel über der 50-Tage-Linie von knapp 42 Euro.

Auch den langfristigen Trend hat der Kurs gedreht. Seit Jahresbeginn summiert sich der Zuwachs auf gut 17 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 49,10 Euro schmilzt zusehends.

EU-Regeln bremsen Konkurrenz aus

Der wichtigste Treiber für diese Entwicklung kommt aus Brüssel. Seit Januar greift der EU-Grenzausgleichsmechanismus voll. Stahlimporteure müssen nun CO₂-Zertifikate nach europäischem Standard kaufen.

Das verteuert Stahl aus China oder der Türkei um schätzungsweise 40 bis 70 Euro je Tonne. Voestalpine verschafft das einen enormen Wettbewerbsvorteil.

Im Juli plant die EU weitere Schritte. Diskutiert werden eine Halbierung der Importquoten und deutlich höhere Zölle für Mehrmengen. Die Folge: Europäische Produzenten können mit stabileren Preisen und besseren Margen kalkulieren.

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Schulden sinken, Gewinne steigen

Operativ liefert der Konzern den passenden Unterbau für die Kursrally. In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres kletterte das operative Ergebnis auf eine Milliarde Euro. Das entspricht einem Plus von gut sieben Prozent.

Parallel dazu räumt das Management die Bilanz auf. Die Nettoverschuldung sank um rund 27 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Das Management hält am Ausblick für das Gesamtjahr fest.

Index-Aufstieg und grüne Milliarden

Ein technischer Faktor stützt den Kurs zusätzlich. Ende März stieg Voestalpine in den ATX five auf. Dieser Elite-Index bündelt die fünf schwersten Werte der Wiener Börse. Indexfonds müssen die Aktie seitdem automatisch kaufen.

Langfristig fließt viel Geld in den klimaneutralen Umbau. Das Greentec-Steel-Programm kostet rund 1,5 Milliarden Euro für neue Elektrolichtbogenöfen.

In Linz baut der Konzern eine Demonstrationsanlage für wasserstoffbasierte Stahlerzeugung. Das Budget dafür liegt bei 170 Millionen Euro.

Der nächste Prüfstein für die Aktie steht bereits im Kalender. Am 3. Juni veröffentlicht Voestalpine den Jahresbericht. Fällt der Ausblick für das kommende Geschäftsjahr positiv aus, dürfte das den aktuellen Aufwärtstrend weiter festigen.

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Voestalpine Aktie

46,70 EUR

– 2,10 EUR -4,30 %
KGV 20,00
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 1,54 %
Marktkapitalisierung 8,09 Mrd. EUR
ISIN: AT0000937503 WKN: 897200

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