Voestalpine Aktie: Auftragsboom ohne Wirkung

Trotz Milliardenaufträgen und steigender Gewinne verliert die Voestalpine-Aktie deutlich. Grund ist der technische Druck durch eine Kapitalmaßnahme, der die positiven Fundamentaldaten überlagert.

Dieter Jaworski ·
Voestalpine Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Großaufträge im Bahnsektor über 500 Millionen Euro
  • EBITDA-Wachstum und sinkende Nettoverschuldung
  • Kursverlust durch Aufstockung einer Wandelanleihe
  • Neue Indexzugehörigkeit und Dividendenstrategie ab 2025

Der österreichische Stahl- und Technologiekonzern sichert sich gigantische Aufträge im Bahnsektor und glänzt mit soliden Quartalszahlen. Eigentlich müssten Anleger bei diesen Nachrichten zugreifen. Stattdessen rutscht das Papier ab und ignoriert die operativen Erfolge beharrlich. Verantwortlich für diese paradoxe Situation ist eine strategische Kapitalmaßnahme, die kurzfristig für erheblichen Druck auf dem Parkett sorgt.

Bahn-Milliarden und Gewinnsteigerung

Auf operativer Ebene liefert der Konzern derzeit überzeugende Argumente. Die Tochtergesellschaft Voestalpine Railway Systems zog kürzlich Großaufträge der Deutschen Bahn und der Schweizerischen Bundesbahnen im Gesamtwert von rund 500 Millionen Euro an Land. Dabei liefert das Unternehmen nicht nur klassische Premiumschienen und Weichen für milliardenschwere Infrastrukturprojekte in Deutschland, sondern auch digitale Überwachungstechnik für das Schweizer Netz.

Diese starke Marktposition spiegelt sich in den Büchern wider. In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres kletterte das EBITDA um 7,2 Prozent auf eine Milliarde Euro. Gleichzeitig sank die Nettoverschuldung deutlich auf 1,4 Milliarden Euro, was dem Konzern ein solides finanzielles Fundament verleiht.

Wandelanleihe drückt auf die Stimmung

Am Kapitalmarkt kommt diese fundamentale Stärke momentan nicht an. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 37,60 Euro hat das Papier auf Monatssicht gut 20 Prozent eingebüßt und dabei die wichtige 100-Tage-Linie nach unten durchbrochen. Der Auslöser für diese technische Schwäche ist hausgemacht.

Anfang März kündigte das Management an, eine bestehende Wandelanleihe unter Ausschluss von Bezugsrechten um bis zu 35 Millionen Euro aufzustocken. Da sich institutionelle Investoren bei solchen Transaktionen typischerweise über Leerverkäufe absichern, entstand ein spürbarer Verkaufsdruck. Dieser technische Effekt überlagert aktuell die positiven Nachrichten aus dem operativen Geschäft.

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Neue Impulse in Sicht

Bereits in den kommenden Tagen greift allerdings ein struktureller Gegeneffekt. Ab dem 23. März rückt der Titel in den ATX five auf und ersetzt dort den Energieversorger Verbund. Indexfonds, die das Barometer der fünf höchstgewichteten Wiener Titel nachbilden, sind dadurch gezwungen, ihre Portfolios automatisch anzupassen und Aktien zuzukaufen.

Parallel dazu lockt eine neu aufgestellte Ausschüttungsstrategie. Ab dem anstehenden Geschäftsjahr 2025/26 plant das Unternehmen eine feste Ausschüttungsquote von 30 Prozent des Gewinns, gekoppelt an eine garantierte Mindestdividende von 0,40 Euro je Anteilsschein.

Langfristig profitiert das laufende Greentec-Steel-Programm zusätzlich von der europäischen Handelspolitik. Der seit Jahresbeginn geltende EU-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) verteuert kohlenstoffintensive Stahlimporte aus Drittstaaten und verschafft den Linzern einen greifbaren Wettbewerbsvorteil. Sobald die Platzierung der Wandelanleihe in der zweiten Märzhälfte abgeschlossen ist und der damit verbundene technische Druck abebbt, rücken diese fundamentalen Rahmenbedingungen und die indexbasierte Nachfrage aus dem ATX five wieder in den Vordergrund.

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Voestalpine Aktie

37,70 EUR

– 1,90 EUR -4,80 %
KGV 30,23
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 1,53 %
Marktkapitalisierung 6,79 Mrd. EUR
ISIN: AT0000937503 WKN: 897200

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