Voestalpine Aktie: Neue Kaufwelle

Der österreichische Stahlkonzern profitiert von EU-Schutzmaßnahmen, übertrifft mit seinen Halbjahreszahlen die Erwartungen und erhält eine Serie von Analysten-Upgrades.

Kurz zusammengefasst:
  • EU-CBAM-Mechanismus entlastet von Billigimporten
  • Halbjahreszahlen übertreffen Marktschätzungen deutlich
  • Analysten erhöhen Kursziele auf bis zu 44 Euro
  • Schienentechnik-Sparte liefert stabile Erträge

Der österreichische Stahlkonzern hat seit Jahresbeginn 2025 über 112% zugelegt und notiert bei 37,69 Euro – nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 39,40 Euro. Drei Faktoren treiben die Rally: EU-Schutzmaßnahmen gegen Billigimporte, besser als erwartete Halbjahreszahlen und eine Serie von Analystenupgrades. Doch wie nachhaltig ist der Höhenflug?

CBAM dreht den Wettbewerb um

Seit 1. Januar 2026 greift der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) der EU mit voller Härte. Das Resultat: Importstahl aus China und der Türkei verliert seinen Preisvorteil.

Voestalpine

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Die Mechanik ist klar:

  • CO₂-Zertifikate zu europäischen Preisen werden Pflicht – das kostet Importeure 40 bis 70 Euro pro Tonne
  • Ab Juli 2026 sinken die Importquoten um 50% auf 18,3 Millionen Tonnen
  • Zölle außerhalb der Quote verdoppeln sich von 25% auf 50%

Für Voestalpine bedeutet das: Der strukturelle Kostendruck durch asiatische Konkurrenz lässt spürbar nach.

Halbjahr übertrifft Erwartungen

Die Zahlen für H1 2025/26 zeigen zwar einen Umsatzrückgang auf 7,59 Milliarden Euro (Vorjahr: 8 Milliarden), doch die Profitabilität stabilisiert sich:

  • EBITDA: 722 Millionen Euro (+0,6%)
  • Nettogewinn: 199 Millionen Euro (+8,6%)
  • Free Cash Flow: 296 Millionen Euro
  • Verschuldungsgrad: 19,5% – niedrigster Stand seit 2006/07

Das zweite Quartal lag mit 361 Millionen Euro EBITDA rund 7-8% über den Marktschätzungen. Konsequenz: Das Management hob die Free-Cash-Flow-Prognose von 300 auf 350 Millionen Euro an.

Analysten sehen weiteres Potenzial

JPMorgan stufte auf „Overweight“ hoch und setzt das Kursziel bei 40,60 Euro an. Die Begründung: EBITDA-Wachstum von 15% für 2026 und 35% für 2027 – getrieben durch CBAM und Kostensenkungen.

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UBS geht noch weiter: Rating „Buy“, Kursziel 43 Euro. Die Bank korrigierte ihre EBITDA-Schätzungen für die Steel Division um bis zu 72% nach oben. Morgan Stanley („Overweight“, 40,70 Euro) und die Erste Group (Kursziel von 26,50 auf 39,50 Euro erhöht) ziehen mit.

Der Analystenkonsens liegt bei 39,08 Euro – die Spanne reicht von 34 bis 44 Euro.

Railway Systems bleibt Stabilitätsanker

Während das Stahlgeschäft zyklisch schwankt, liefert die Schienentechnik-Sparte konstante Erträge:

  • Umsatz H1: 1,15 Milliarden Euro
  • EBITDA-Marge: 10,6%
  • Dezember 2025: Eröffnung des Koralmbahn-Tunnels mit Voestalpine-Technologie

Die Nachfrage nach Weichen, Schienen und Signalsystemen bleibt in allen Kernmärkten robust.

Restrukturierung läuft parallel

Trotz der Kursrally arbeitet das Management an Effizienzgewinnen: Rund 340 Stellen werden abgebaut, der Schichtbetrieb in Kindberg und Mürzzuschlag reduziert. Die Mitarbeiterzahl sank um 4,1% auf 49.600.

Hintergrund sind US-Zölle und niedrige Ölpreise im Röhrengeschäft. CEO Herbert Eibensteiner erwartet erste positive Effekte noch im laufenden Geschäftsjahr.

Bewertung bleibt moderat

Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,4x und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,9x liegt Voestalpine deutlich unter dem Branchenschnitt. Die Marktkapitalisierung beträgt rund 6,6 Milliarden Euro. Am 11. Februar 2026 folgen die Q3-Zahlen – bis dahin markiert das 52-Wochen-Hoch bei 39,40 Euro die entscheidende Widerstandszone.

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