Voestalpine Aktie: Ofenmontage in Donawitz abgeschlossen
Der neue Elektrolichtbogenofen wird nun geprüft; erste Schmelzen sind für 2027 vorgesehen, weitere Investitionen bleiben geplant.

Kurz zusammengefasst
- Montage des Donawitzer Ofens abgeschlossen
- Kaltprüfungen der Anlage laufen an
- Erste Schmelzen für 2027 vorgesehen
- Rund 100 Millionen Euro Investitionen geplant
Voestalpine hat am heutigen Montag die Montage des neuen Elektrolichtbogenofens am steirischen Standort Donawitz abgeschlossen. Damit erreicht das konzernweite Dekarbonisierungsprogramm einen wichtigen Meilenstein.
Die Anlage geht nun in die Kalt-Inbetriebnahme, bei der Hydraulik, Kühlkreisläufe und Sicherheitssysteme erprobt werden. Am Aktienmarkt reagierten die Anleger dennoch verhalten: Das Papier von Voestalpine gab heute um 1,2 Prozent auf 44,24 Euro nach.
Testphase für neue Elektrolichtbogenanlage beginnt
Der Zeitplan für die schrittweise Umstellung der Produktion steht fest. Erste Schmelzen am Standort Donawitz sowie im Werk Linz sind für das erste Halbjahr 2027 geplant. Im späteren Vollbetrieb soll das Aggregat in Donawitz jährlich rund 850.000 Tonnen CO₂-reduzierten Stahl erzeugen.
Mit dem neuen Ofen ersetzt das Unternehmen sukzessive Teile der klassischen Hochofenroute. Die Umstellung gilt als zentraler Baustein der Konzernstrategie, um die Emissionen in der heimischen Stahlerzeugung spürbar zu senken.
Für die Errichtung bewegten die Projektteams enorme Lasten. Knapp 900.000 Bauteile mit einem Gesamtgewicht von rund 8.500 Tonnen wurden angeliefert. Spezialkräne mit einer Tragkraft von bis zu 650 Tonnen hoben die schweren Komponenten an ihren Platz.
Auf der Großbaustelle koordiniert der italienische Anlagenbauer Danieli die Montage und die anstehenden Tests. Ein Großteil der beteiligten Partnerbetriebe stammt aus Österreich.
Zusätzliche Investitionen bis 2030 avisiert
Der nun vollzogene Montageschluss markiert nur einen Teil der geplanten Transformation. Vorbehaltlich offener Förderfragen plant das Unternehmen bis zum Jahr 2030 weitere Investitionen von rund 100 Millionen Euro. Diese Mittel sollen in die Stromversorgung, eine dritte Linie für die Sekundärmetallurgie sowie die Schrottlogistik fließen. Eine vollständige Elektrifizierung des Standorts wäre ab 2030 möglich.
Das Werk Donawitz ist Teil der Division Metal Engineering, die eine tragende Säule im Konzern bildet. Im Geschäftsjahr 2025/26 erzielte diese Sparte einen Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro sowie ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 375 Millionen Euro. Mehr als vier von zehn Euro erlöste der Bereich dabei auf Märkten außerhalb Europas.
Gedämpfte Nachfrage im europäischen Stahlsektor
Geopolitische Spannungen und anhaltende Unsicherheiten an den Energiemärkten belasten derzeit die gesamte Branche. Vor allem die schwache Industrie- und Baukonjunktur dämpft den Bedarf an Werkstoffen.
Nach aktuellen Prognosen des Weltstahlverbands worldsteel schrumpft die europäische Stahlnachfrage im Gesamtjahr 2026 um 0,3 Prozent. Erst für das kommende Jahr stellt der Verband eine spürbare Erholung um 3,1 Prozent in Aussicht. Trotz der aktuellen Branchenflaute behauptet sich der Kurs im bisherigen Jahresverlauf: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 17 Prozent.
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