Voestalpine Aktie: Zoll-Zangenfalle!

Die Tubulars-Sparte von Voestalpine leidet unter hohen US-Importzöllen und schwacher Ölnachfrage, was das Ergebnis um bis zu 80 Millionen Euro drückt. Der Konzern hält dennoch an seiner Jahresprognose fest.

Felix Baarz ·
Voestalpine Aktie

Kurz zusammengefasst

  • US-Zölle und schwacher Ölpreis belasten Rohrgeschäft
  • Ergebnisbelastung von 60 bis 80 Millionen Euro erwartet
  • Konzernumbau abgeschlossen, Nettoverschuldung gesunken
  • Neue Dividendenpolitik mit Mindestausschüttung startet

Die Tubulars-Sparte von Voestalpine trifft es gerade von zwei Seiten gleichzeitig. US-Importzölle von bis zu 50 Prozent auf Stahlprodukte und ein schwacher Ölpreis, der die Investitionsbereitschaft der Kunden bremst — beides zusammen drückt auf die Nachfrage nach Spezialrohren für die Öl- und Gasindustrie. Das Management beziffert den negativen Ergebniseffekt auf 60 bis 80 Millionen Euro.

Lokale Produktion in Nordamerika federt das teilweise ab. Mehr als die Hälfte des US-Absatzes entsteht bereits in den 49 nordamerikanischen Standorten des Konzerns. Vollständig kompensieren lässt sich der Druck damit aber nicht.

Konzernumbau abgeschlossen

Parallel zur Belastung durch Tubulars hat Voestalpine den Umbau der High Performance Metals Division im Wesentlichen beendet. Zuletzt verkaufte der Konzern BÖHLER Profil — einen Spezialisten für Industriemesser mit 51,5 Millionen Euro Jahresumsatz — an das US-Unternehmen Kadant. Die voestalpine Camtec GmbH in Linz stellt den Betrieb vollständig ein; gestiegene Energie- und Personalkosten sowie Preisdruck aus Asien machten eine Fortführung unmöglich.

Zusammen mit dem Verkauf von Buderus Edelstahl, Standortkonsolidierungen und Kapazitätsanpassungen bei BÖHLER Bleche in Mürzzuschlag ist die Portfoliobereinigung damit abgeschlossen. Finanziell zeigt die Schlankheitskur erste Wirkung: Die Nettoverschuldung sank in den ersten neun Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres um 27,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro — bemerkenswert, weil der Konzern parallel 1,5 Milliarden Euro in das Dekarbonisierungsprojekt „greentec steel“ investiert.

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Europa als Gegengewicht

Während die USA belasten, verbessert sich das Wettbewerbsumfeld in Europa spürbar. Der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) verteuert importierten Stahl seit Januar um 40 bis 70 Euro pro Tonne — ein struktureller Vorteil gegenüber chinesischen und türkischen Anbietern. Ab Juli 2026 sinken die Importquoten um 50 Prozent, außerhalb dieser Quoten verdoppeln sich die Zölle ebenfalls auf 50 Prozent.

Auch beim greentec-steel-Programm läuft es planmäßig: Der Rohbau der neuen Elektrolichtbogenofen-Halle am Linzer Werk ist im April 2026 fertiggestellt worden. Als nächstes folgen Stahlbau und Anlageninstallation.

Jahreszahlen und neue Dividende im Blick

Trotz des Zollgegenwinds hält das Management an seiner EBITDA-Prognose von 1,4 bis 1,55 Milliarden Euro für das Gesamtjahr fest. Am 3. Juni legt Voestalpine die vollständigen Jahresergebnisse vor — dann wird sich zeigen, wie stark die Tubulars-Belastung die Margen des verschlankten Konzerns tatsächlich gedrückt hat. Auf der Hauptversammlung am 1. Juli greift erstmals die neue Dividendenpolitik: Sie sichert Aktionären eine Mindestausschüttung von 0,40 Euro je Anteilsschein und sieht generell 30 Prozent des Gewinns als Ausschüttung vor, solange die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA unter dem Faktor 2,0 bleibt.

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Voestalpine Aktie

48,32 EUR

+ 0,50 EUR +1,05 %
KGV 36,67
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 1,27 %
Marktkapitalisierung 8,24 Mrd. EUR
ISIN: AT0000937503 WKN: 897200

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