Volkswagen Aktie: 1 Milliarde Euro Kosteneffekte erzielt
Volkswagen meldet Einsparungen von einer Milliarde Euro und plant Stellenabbau. Die Aktie verharrt trotz Erholung im Jahresminus.

Kurz zusammengefasst
- Milliarde Euro an Kosteneinsparungen erzielt
- Stellenabbau von 19.000 Stellen bis 2026
- EU-Allianz für „Made in Europe“-Standard
- Hauptversammlung am 18. Juni geplant
Mehr als 20 Prozent weniger Fabrikkosten an deutschen Standorten — Volkswagen meldet erste messbare Erfolge seines Konzernumbaus. Das klingt nach Fortschritt. Allerdings bleibt die Aktie seit Jahresbeginn tief im Minus.
Sparmaßnahmen zeigen erste Wirkung
Rund eine Milliarde Euro an Kosteneffekten hat VW bislang erzielt. Das ist ein Anfang — das eigentliche Ziel liegt deutlich höher. Bis 2030 will Konzernchef Oliver Blume die jährlichen Netto-Einsparungen auf 6 Milliarden Euro steigern.
Parallel dazu hat VW die globale Fertigungskapazität von 10 auf 9 Millionen Fahrzeuge pro Jahr gesenkt. Beim Stellenabbau läuft es nach Plan: Bis Ende 2026 sollen rund 19.000 Stellen in Deutschland wegfallen. Insgesamt plant der Konzern bis Ende des Jahrzehnts etwa 35.000 Abgänge — für 28.000 davon liegen bereits konkrete Vereinbarungen vor. Betriebsbedingte Kündigungen schließt VW bis 2030 aus. Noch offen ist die Zukunft des Standorts Osnabrück mit rund 2.300 Beschäftigten. Eine Entscheidung erwartet der Konzern bis Jahresende.
Europäische Allianz gegen Importdruck
VW geht das Wettbewerbsproblem nicht allein an. Gemeinsam mit Stellantis und Renault hat der Konzern bei der EU einen „Made in Europe“-Standard beantragt. Der Vorschlag: Mindestens 70 Prozent der Wertschöpfung müssen aus EU-Staaten stammen — sowohl bei Komponenten als auch in der Fertigung.
Hintergrund ist der wachsende Importdruck. Rund 26 Prozent der im EU-Automarkt verkauften Fahrzeuge kommen von außerhalb. Hinzu kommt der globale Zollstreit: US-Zölle von bis zu 5.000 Dollar pro Fahrzeug belasten vor allem den Audi-Export.
Hauptversammlung am Donnerstag
An der Börse notiert die Aktie nach einem Freitagsplus von 2,58 Prozent bei 88,90 Euro — knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 88,72 Euro. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von gut 16 Prozent zu Buche.
Am Donnerstag, dem 18. Juni, findet die ordentliche Hauptversammlung statt. Auf der Tagesordnung steht neben dem Vorstandsbericht zur Restrukturierung die Abstimmung über eine Dividende von 5,26 Euro je Aktie. Die Woche bringt außerdem den Fed-Zinsentscheid am Mittwoch sowie ZEW-Konjunkturerwartungen am Dienstag — beides könnte die Stimmung im Sektor beeinflussen.
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