Volkswagen Aktie: 12 zu 7 gegen Sparplan
Volkswagens Sparplan scheitert vorerst an Arbeitnehmervertretern. Schwache Quartalszahlen und sinkende Aktie erhöhen den Druck auf den Konzern.

Kurz zusammengefasst
- Sparplan im Aufsichtsrat abgelehnt
- Produktion soll drastisch reduziert werden
- Absatz in China bricht ein
- Aktie fällt auf Jahrestief
Volkswagen wollte mit einem radikalen Sparprogramm gegensteuern. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sagen jedoch nein. Damit steckt das „Zielbild 2030“ schon vor dem eigentlichen Start in der Krise.
Widerstand im Präsidialausschuss
Der Aufsichtsrat traf sich am Donnerstag, dem 9. Juli 2026, zur entscheidenden Sitzung. Der Vorstand stellte dort sein Maßnahmenpaket für das „Zielbild 2030“ vor. Die Arbeitnehmervertreter im Präsidialausschuss lehnten den Plan mit 12 zu 7 Stimmen ab.
Der Plan sah eine drastische Kürzung vor. Die globale Produktionskapazität sollte von 12 auf 9 Millionen Fahrzeuge pro Jahr sinken. Weltweit standen bis zu 100.000 Stellen zur Disposition.
Zusätzlich drohte die Schließung von bis zu vier deutschen Werken: Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm. Die IG Metall hatte im Vorfeld zu Kundgebungen aufgerufen. Die Gewerkschaft forderte den Erhalt der Arbeitsplätze in Deutschland.
CEO Oliver Blume hatte die Einschnitte verteidigt. Chinesische Hersteller und steigende Zölle setzen den Konzern zunehmend unter Druck. Eine Straffung sei nötig, um wettbewerbsfähig zu bleiben, so Blume.
Schwache Absatzzahlen verschärfen den Druck
Das „Zielbild 2030“ umfasst zwölf Initiativen für eine grundlegende Neuausrichtung. Der Vorstand will die Modellpalette um bis zu 50 Prozent straffen. Die Ausstattungsoptionen sollen um bis zu 75 Prozent sinken.
Wie dringend diese Einschnitte sind, zeigen die aktuellen Verkaufszahlen. Am Freitag meldete Volkswagen schwache Ergebnisse für das zweite Quartal.
Die konzernweiten Auslieferungen sanken um 8,6 Prozent auf knapp 2,1 Millionen Fahrzeuge. In China brachen die Verkäufe um mehr als ein Drittel ein.
Der Einbruch in China trifft den Konzern besonders hart. Auch die anderen Marken bleiben nicht verschont.
Die Kernmarke Volkswagen verlor deutlich: Die Auslieferungen fielen um 14 Prozent. Audi verzeichnete ein Minus von 8 Prozent, Porsche sogar von 18 Prozent.
Aktie fällt auf Jahrestief
Die Aktie von Volkswagen (VOW3) schloss am Freitag bei 71,06 Euro. Das bedeutet einen Tagesverlust von 1,31 Prozent.
Im Monatsverlauf hat der Kurs bereits 17,85 Prozent eingebüßt. Seit Jahresbeginn liegt das Minus bei 33,03 Prozent.
Die Marktkapitalisierung des Autobauers ist mittlerweile auf 34,72 Milliarden Euro geschrumpft. Der Widerstand der Arbeitnehmervertreter dürfte die Unsicherheit rund um die Aktie zusätzlich befeuern.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 109,10 Euro trennen den Kurs inzwischen 34,87 Prozent. Das 52-Wochen-Tief von 69,20 Euro erreichte die Aktie erst am 1. Juli 2026.
Die kommende Handelswoche dürfte turbulent bleiben. Ohne Einigung mit den Arbeitnehmervertretern bleibt das Sparprogramm blockiert – und mit ihm die Antwort auf die einbrechenden Absatzzahlen in China und Europa.
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